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Angeblich 900 Euro für eine sechs Jahre alte Xbox: Der X25-Jubiläumspreis ist schwer zu rechtfertigen

Der geleakte Preis für die transparent grüne Xbox Series X zum 25. Jubiläum liegt bei 899,99 Euro - so viel wie eine PS5 Pro in Europa, für Hardware von 2020. Was man tatsächlich bekommt und warum solche Limited Editions bei uns selten gut ausgehen.

Jakov Mikelić

Saturday, August 22, 2026

Angeblich 900 Euro für eine sechs Jahre alte Xbox: Der X25-Jubiläumspreis ist schwer zu rechtfertigen

Achthundertneunundneunzig Euro und neunundneunzig Cent. Das ist die Zahl, die gerade zur Jubiläums-Xbox von Microsoft kursiert, und ich musste sie zweimal lesen.

Die Information stammt von billbil-kun bei Dealabs, der bei solchen Dingen eine ungewöhnlich gute Trefferquote hat. Ihm zufolge erscheint die Xbox Series X25 Limited Edition - transparent, grün, retro-inspiriert, mit Jubiläumslogo auf der Front - am 27. November, also am Black Friday, für 899,99 Euro. Das ist dasselbe Geld wie eine PS5 Pro in Europa und rund 100 Euro mehr als eine normale Series X mit 1 TB und Laufwerk. Microsoft hat davon nichts bestätigt; offiziell heißt es nur, die Konsole komme im November.

Was bekommt man also für den Aufpreis? Laut demselben Leak: technisch nichts. Es ist dieselbe Series X mit 1 TB und Laufwerk, dazu ein passender Jubiläums-Controller in der Packung. Dieser Controller soll ab dem 20. Oktober auch einzeln für 79,99 Euro zu haben sein. Rechnet man das gegen, bleiben für das Gehäuse selbst etwa zwanzig Euro Aufpreis - für ein Sammlerstück ehrlich gesagt kein Skandal.

Das Problem ist nicht der Aufschlag. Das Problem ist die Basis, auf die er draufkommt.

Neunhundert Euro für Silizium von 2020

Die Series X kam im November 2020. Wenn der Leak stimmt, steckt hier exakt diese Hardwarebasis drin - eine Maschine, die statt der üblichen Preissenkungen in der zweiten Lebenshälfte Preiserhöhungen hinter sich hat. 2026 verlangt man also fast PS5-Pro-Geld für eine bald sechs Jahre alte Konsole. Sony gibt einem dafür wenigstens neuere Hardware. Hier bezahlt man grünes Plastik und einen Geburtstag.

Und für Spielerinnen und Spieler in unserer Region kommt eine zweite Ebene dazu. Limitierte Auflagen tauchen im hiesigen Handel praktisch nie in nennenswerter Stückzahl auf. In der Praxis läuft es so: Eine Handvoll landet bei den großen Ketten, ist an einem Nachmittag weg und erscheint danach in Kleinanzeigen mit Aufschlag, versiegelt, beschrieben als Wertanlage. Genau diesen Kreislauf haben wir bei Jubiläums-Controllern, Sondereditionen von Handhelds und wirklich jedem Nintendo-Gerät gesehen, das je eine Farbvariante hatte. Wer so ein Stück wirklich will, importiert entweder oder bezahlt den Weiterverkauf von jemand anderem.

Ich will gegenüber einer hübschen Konsole nicht bitter klingen. Das transparente Grün der ersten Xbox ist ein wirklich schönes Stück Designgeschichte, und Microsoft tut recht daran, sich darauf zu stützen - das 25. Jubiläum ist ein echter Meilenstein, und Xbox hatte ein paar kommunikativ holprige Jahre, in denen etwas Nostalgie nicht schadet.

Aber nennen wir das Ding beim Namen. Das ist ein Regalstück, keine Kaufentscheidung. Wer eine Xbox will, nimmt die normale und steckt die 100 Euro Differenz in ein Jahr Game Pass oder in ein echtes Spiel. Wer den Look will, kommt mit dem Controller allein für unter achtzig Euro auf 90 Prozent des Effekts. Und wer die ganze Schachtel im Regal stehen haben möchte - völlig in Ordnung, nur bitte im Bewusstsein, dass man ein Souvenir kauft und kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

All das ist weiterhin ein Leak. Ich würde mich freuen, wenn Microsoft in den nächsten Wochen mit einer niedrigeren Zahl herauskommt und mich damit alt aussehen lässt.

Bild: Kyu3a / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Xbox_Series_X%E3%81%A8Series_S.jpg