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Bewertung

Akatori Test: Brillante Bewegung, stumpfer Kampf

Das 2.5D-Metroidvania von Contrast Games hat eines der besten Bewegungssysteme des Jahres, aber ein Kampfsystem, das nie erwachsen wird. Für 14,99 Euro trotzdem eine klare Empfehlung. Wertung: 7/10

Luka Perić

Tuesday, August 11, 2026

Akatori Test: Brillante Bewegung, stumpfer Kampf

Jeden August wird der Releasekalender laut, und ein Metroidvania für fünfzehn Euro aus einem kleinen Studio ist genau die Sorte Spiel, die im Lärm der Blockbuster untergeht. Ich habe mein Wochenende stattdessen mit Akatori verbracht und bereue es nicht - auch wenn ich am Ende mehr davon beeindruckt war, wie sich das Spiel bewegt, als davon, wie es kämpft.

Worum es geht

Akatori ist ein 2.5D-Actionplattformer mit Metroidvania-Gerüst, entwickelt von Contrast Games, veröffentlicht von Games Harbor und Esprit Games. Auf Steam erschien es am 5. August 2026 für 14,99 Euro (zum Zeitpunkt des Tests mit 15 Prozent Launch-Rabatt), die Fassungen für PS5, PS4, Xbox Series und Xbox One folgen am 12. August, eine Switch-2-Version ist für 2027 angekündigt. Man spielt Mako, eine junge Mönchsschülerin aus dem Feuervogel-Tempel, die die Bernsteinstürme aufhalten soll, die fünf Biome und alles Leben darin verderben.

Der Stab trägt das ganze Spiel

Makos wandelbarer Stab ist die zentrale Idee, und er verdient den Platz auf dem Plakat. Er ist Waffe, Enterhaken, Gleiter und Sprungstange zugleich, und das Spiel traut einem zu, all das deutlich schneller aneinanderzureihen, als es die meisten Genrevertreter wagen. Das Leveldesign lebt vom Schwung: Wand anhaken, schwingen, Luft-Dash, unter einer Lücke durchrutschen und einem Gegner auf dem Kopf landen, ohne je den Boden zu berühren. Wenn das sitzt - und das tut es oft - fühlt sich Akatori eher nach einem scharfen 2D-Actionspiel an als nach dem üblichen vorsichtigen Kriechen des Genres.

Es sieht außerdem teurer aus, als es kostet. Pixelfiguren vor gemalten 3D-Kulissen werden schnell zu optischem Brei, hier nicht: Jede der fünf Regionen hat eigene Farbwelt und eigenen Charakter. Der Soundtrack reagiert auf die Action, was mir im Moment gefallen hat, auch wenn ich einen Tag später keine Melodie mehr im Kopf habe.

Der Kampf ist die Schwachstelle

Im Kampf geht Akatori die Luft aus. Die Basiskombo mit dem Stab hat Wucht, die Animationen sind schön, aber das Moveset wird über die rund zehn Stunden bis zum Abspann kaum tiefer. Es gibt über zwanzig Gegnertypen, und die meisten stellen dieselbe Frage: schlagen, einmal ausweichen, wieder schlagen. Schlimmer noch: Zwischen den Kombos liegt eine kleine Pause, die genau die Aggressivität bestraft, die einem das Bewegungssystem das ganze Spiel über beibringt. Die Bosse sind deutlich besser - mehrphasige Kämpfe mit echten Einfällen, darunter einer mit Rhythmusanleihen, den ich geliebt habe - aber ein paar setzen auf Projektile von außerhalb des Bildschirms und eine Kamera, die zu weit herauszoomt.

Technisch ist es kantig. Ich hatte zwei Abstürze, mehrere Rückstoß-Bugs, die mich durch die Geometrie geschoben haben, und ein Schnellreisenetz, das so geizig ist, dass spätes Backtracking zur Pflichtübung wird. Auf Steam steht die Wertung derzeit auf "Ausgeglichen"; mir gefällt das Spiel besser als diese Zahl, aber ich verstehe den Frust.

Für wen es sich lohnt

Wer die Dichte von Hollow Knight oder eine brutale Schwierigkeitskurve sucht, ist hier falsch. Wer ein zehnstündiges Metroidvania über Fluss statt Leiden will, zu einem Preis, der einen Patch-später-Kauf schmerzfrei macht, greift bedenkenlos zu. Bei uns kostet es auf Steam dasselbe wie im übrigen Euroraum; Konsolenspielern würde ich trotzdem raten, eine Woche zu warten und die ersten Launch-Berichte abzuwarten.

Fazit: Ein kleines Studio hat ein wirklich großartiges Bewegungssystem gebaut und ein bloß solides Kampfsystem drangeschraubt. Das ist einen Abend und fünfzehn Euro immer noch wert.

Wertung: 7/10

Bild: InclusiveGameLab / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Person_with_PS5_Controller_5.jpg