Boltgun 2 im Test: Lauter, klüger, immer noch herrlich stumpf
Der Nachfolger von Auroch Digital behält das wuchtige 90er-Gunplay, bringt eine zweite Heldin und verzweigte Level und behebt endlich die Korridor-Müdigkeit des Vorgängers - auch wenn ihm vor dem Abspann die Ideen ausgehen. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Thursday, October 15, 2026

Der erste Boltgun war ein großartiger Trailer, aus dem ein leicht ermüdendes Spiel wurde. Fantastisches Schrotflinten-Gefühl, ein Kettenschwert-Sturmangriff, der nie alt wurde, und dann Stunde um Stunde gleichförmiger grauer Gänge. Also bin ich mit einer Frage in Warhammer 40,000: Boltgun 2 gestartet: Hat Auroch Digital die Level repariert? Größtenteils ja.
Was es ist
Ein Retro-Ego-Shooter nur für Einzelspieler von Auroch Digital, veröffentlicht von Big Fan Games (einem Label von Devolver Digital). Erschienen ist er am 14. Oktober 2026 für PC (Steam), PlayStation 5 und Xbox Series X|S, eine Version für Nintendo Switch 2 soll später folgen. Die verpixelten Sprites und der knusprige 90er-Look sind zurück, ebenso Sternguard-Veteran Malum Caedo - diesmal aber nicht allein.
Wie es sich spielt
Die größte Neuerung ist eine zweite spielbare Figur, eine Kampfschwester der Adepta Sororitas. Sie ist schneller und setzt auf Feuer, während Caedo der wandelnde Panzer bleibt, der Probleme löst, indem er sich mitten hineinstellt. Der Wechsel zwischen beiden Spielstilen ist das Beste am Nachfolger: Dieselbe Arena spielt sich anders, je nachdem, ob man um einen Dämon herumtanzt oder ihn einfach wegpanzert.
Das Gunplay bleibt der Star. Der Bolter hat diesen satten, explosiven Wumms, die Schrotflinte tritt Türen im besten Sinne ein, und Gegner zerfallen in einem befriedigenden Pixelregen. Neue Feinde aus dem Chaos-Lager, darunter Bloodletter und massige dämonische Juggernauts, zwingen zur Bewegung statt zum Rückwärtslaufen durch Korridore.
Die Stärken
Im Leveldesign verdient sich der Nachfolger seine Wertung. Die Kampagne verzweigt sich, die Schauplätze reichen von einer engen Makropolstadt bis zu einem Dschungelsumpf, und die Missionen sind fokussierter, mit deutlich weniger ziellosem Backtracking, das den Vorgänger ausgebremst hat. Das Tempo ist straffer, die Gefechte sind besser inszeniert, und ich habe selten nach einem Schlüssel gesucht.
Die Schwächen
Die zweite Hälfte setzt auf dieselben Tricks: große Arena, eine Welle von allem, eine Tür geht auf. Der Schwierigkeitsgrad zieht weiterhin an seltsamen Stellen an, und die Retro-Optik, so charmant sie ist, macht hektische Kämpfe manchmal zu Pixelbrei, den man nur mit zusammengekniffenen Augen lesen kann. Die Story ist Dekoration - okay für einen Boomer-Shooter, aber Lore-Tiefe jenseits von Imperator-Gebrüll gibt es nicht.
Für wen es ist
Wer den ersten Teil mochte, bekommt hier die bessere Version davon, Punkt. Wer an Boltgun wegen der Level abgeprallt ist, sollte einen zweiten Blick riskieren. Wer mit Retro-Shootern nichts anfangen kann, wird hier nicht bekehrt. Hierzulande ist das Spiel zum Start digital auf allen drei Plattformen erhältlich; wer unsicher ist, probiert vorher die Steam-Demo - sie zeigt das Spiel ehrlich.
Fazit
Boltgun 2 ist ein selbstbewusster Nachfolger, der das wichtigste Problem des Originals löst und eine wirklich andere zweite Heldin einführt. Laut, schnell und spaßig in kurzen Sessions, gegen Ende etwas dünn. Eine solide Empfehlung für Genre-Fans.
Wertung: 7/10
Bild: - EMR - / CC BY 2.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:E3_2011_-_Space_Marine_(5834920636).jpg



