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Bewertung

Crimson Moon im Test: Ein Budget-Soulslike, das eure Zeit respektiert

Das 20-Euro-Roguelike-Soulslike von ProbablyMonsters liefert schnelle, blutige Runs und starken Koop-Wert - wenn man Kamera und dünnes Gegner-Aufgebot verzeiht. Wertung: 7/10.

Luka Perić

Tuesday, September 8, 2026

Crimson Moon im Test: Ein Budget-Soulslike, das eure Zeit respektiert

Jeder September wird unter 70-Euro-Giganten begraben, deshalb schaue ich gern, was im 20-Euro-Regal passiert. Crimson Moon, veröffentlicht am 1. September von ProbablyMonsters für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S, ist genau die Art Spiel, die mit den Erwartungen steht oder fällt. Stellt sie richtig ein, und hier steckt echter Spaß drin.

Ihr spielt einen Nephilim - halb Mensch, halb Engel -, der die gefallene Stadt Gildenarch gegen Dämonen, Vampire und Schlimmeres verteidigt. Die Struktur ist Run-basiert: Missionen startet ihr von eurer Basis, der Kirche, jede mit wechselnden Modifikatoren, und die Risiko-Belohnungs-Skalierung fragt, wie gierig ihr heute seid. Der Kampf ist im Vokabular ein Soulslike - Ausdauer, Ausweichrollen, harte Treffer -, aber deutlich schneller im Tempo, mit stilvollen, blutigen Exekutionen und Loot-Regen nach jedem Run. Solo funktioniert ordentlich, dazu gibt es Online-Koop für zwei.

Was zündet

Die Run-Struktur ist die klügste Entscheidung. Ein Soulslike, das in 30-40-Minuten-Sessions passt, statt eine Mönchspilgerreise zu verlangen, ist ehrlich erfrischend, und die Jagd nach dem nächsten Loot-Wurf hielt mich länger wach als geplant. Im Koop ist das Spiel am stärksten - Exekutionen mit einem Freund unter dem roten Mond zu tauschen hat einen Arcade-Charme, den sich die meisten todernsten Soulslikes nicht erlauben würden. Und bei 19,99 Euro ist die Wertrechnung schlicht eine andere als beim AAA-Feld.

Was knirscht

Die Kamera ist der größte Übeltäter - in engen Innenräumen wackelt und schwingt sie, bis man mehr gegen sie kämpft als gegen die Dämonen, und Rezensenten überall melden dasselbe. Das Gegner-Aufgebot wird schnell dünn; nach sechs Stunden hatte ich das meiste gesehen, was Gildenarch zu bieten hat, spätere Runs remixen mehr, als dass sie überraschen. Den Treffern fehlt zudem Wucht - für ein Spiel, das auf viszeralen Exekutionen aufbaut, fühlen sich normale Schläge seltsam gewichtslos an. Die Steam-Nutzerwertungen stehen aktuell auf "Ausgeglichen", und ich verstehe beide Lager.

Fazit

Crimson Moon ist ein anständiges, ehrliches 20-Euro-Spiel - nicht mehr, nicht weniger. Es trägt Soulslike-Kleidung, spielt sich aber wie ein schnelles, Loot-getriebenes Action-Roguelike, das euren Feierabend respektiert, und mit Koop-Partner übertrifft es seinen Preis locker. Seinem Budget entkommt es aber nie: Kamera, Wiederholung und der federleichte Kampf halten es vom Geheimtipp-Status fern. Patcht ProbablyMonsters die Kamera, gebt einen halben Punkt drauf.

Für wen ist es? Für Koop-Duos und Roguelike-Fans, die Soulslike-Geschmack ohne Zeitsteuer wollen. Wer sollte es überspringen? Alle, die Lies-of-P-Feinschliff erwarten - den gibt es für 20 Euro nicht.

Wertung: 7/10

Bild: Sanu N / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Blood_Moon_Graphic.png