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Keine Erweiterungen mehr für Diablo 4 - und der Geldbeutel freut sich

Lord of Hatred war die letzte: Bis Diablo 5 im Frühjahr 2029 läuft Diablo 4 über kostenlose Seasons, die Amazone kommt 2027 als separates, kostenpflichtiges Klassenpaket.

Jakov Mikelić

Monday, September 14, 2026

Keine Erweiterungen mehr für Diablo 4 - und der Geldbeutel freut sich

Was kostet Diablo 4 eigentlich? Drei Jahre lang gab es darauf keine feste Antwort. Hauptspiel, dann Vessel of Hatred, dann im April Lord of Hatred - immer wenn man dachte, man besitze endlich das ganze Spiel, stellte Blizzard noch ein Regal dazu. Jetzt gibt es eine klare Ansage: Blizzard hat bestätigt, dass Diablo 4 bis zum Release von Diablo 5 keine weitere Erweiterung bekommt. Der Nachfolger wurde auf der BlizzCon für das Frühjahr 2029 angekündigt.

Lord of Hatred ist damit offiziell die letzte. Blizzards Begründung: Die Geschichte des Hasses ist erzählt, das nächste Kapitel gehört dem Schrecken - also Diablo selbst, im Nachfolger.

Das Licht geht deshalb aber nicht aus. Diablo 4 läuft über Seasons weiter, und die erste dieser neuen Phase, Season of Hell's Legacy, startet am 15. September. Sie ist eine Hommage zum 30. Geburtstag der Reihe: Deckard Cain kehrt zurück, dazu alle drei Großen Übel - Diablo, Baal und Mephisto. Zeitgleich ist das Spiel auf der Switch 2 erschienen, eine neue Spielerwelle steigt also genau dann ein, wenn die Content-Roadmap dünner wird.

Der Haken heißt Amazone. Die zurückkehrende Klasse kommt in der ersten Jahreshälfte 2027, aber nicht als Teil einer Erweiterung - Blizzard verkauft sie als separates Klassenpaket. Einen Preis gibt es noch nicht. Begeistert bin ich davon nicht. Eine neue Klasse war bisher der Hauptgrund, eine Erweiterung zu kaufen, und dazu gab es Region, Story und neue Systeme. Jetzt wird sie zum Einzelartikel im Shop. Kostet sie so viel wie ein kleines Add-on, geht das in Ordnung. Nähert sie sich dem Preis einer Erweiterung, ist jedes Murren berechtigt.

Für normale Spieler bei uns ist das trotzdem überwiegend eine gute Nachricht. Seasons sind für alle Besitzer des Spiels kostenlos, wer bis 2029 bei Diablo 4 bleibt, zahlt also praktisch nichts extra - es sei denn, man will die Amazone oder Kosmetik. Und das "komplette" Diablo 4 ist jetzt ein abgeschlossenes Paket: Hauptspiel plus zwei Erweiterungen. Genau solche Pakete landen erfahrungsgemäß im Sale. Wer Lord of Hatred im April zum Vollpreis ausgelassen hat, sollte jetzt entspannt auf ein reduziertes Bundle bei Steam, im PlayStation Store oder im eShop warten, statt den vollen Euro-Preis zu zahlen.

Für Käufer physischer Versionen gilt die alte Warnung. Die Disc mit dem Hauptspiel bekommt man gebraucht für wenig Geld, die Erweiterungen hängen aber am Konto - eine gebrauchte Kopie liefert also nur den Anfang der Geschichte. Schaut genau hin, was in der Packung steckt, vor allem bei der Switch 2: Ist das Spiel auf dem Modul, oder liegt nur ein Download-Code bei?

Die eigentliche Frage ist die Lücke bis 2029. Seasons halten ein Spiel am Leben, fühlen sich aber selten wie neues Diablo an. Wenn Blizzard wirklich glaubt, dass bis zum Nachfolger noch viel Raum für Geschichten bleibt, müssen die Seasons deutlich mehr erzählerisches Gewicht tragen als bisher. Season of Hell's Legacy ist der erste Test - ein nostalgischer, und das ist die leichteste Sorte Prüfung.

Bild: Morten Skovgaard / CC BY 2.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Diablo_panel_and_cosplay_at_BlizzCon_2013_019.jpg