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'Don't Kill the Disc'-Petition knackt 170.000 - Sony stoppt PlayStation-Discs

Eine Change.org-Kampagne gegen Sonys Plan, ab Januar 2028 keine physischen PlayStation-Discs mehr zu produzieren, hat 170.000 Unterschriften überschritten - und bei uns steht mehr auf dem Spiel als Nostalgie.

Ivan Novak

Ivan Novak

Tuesday, July 7, 2026

'Don't Kill the Disc'-Petition knackt 170.000 - Sony stoppt PlayStation-Discs

Der Widerstand gegen Sonys Entscheidung, sich von physischen Medien zu verabschieden, wird zu einer der lautesten Fan-Kampagnen des Jahres. Die Petition "Don't Kill the Disc" auf Change.org, gestartet nachdem Sony angekündigt hatte, ab Januar 2028 keine physischen Discs mehr herzustellen, hat nun 170.000 Unterschriften überschritten - Tendenz steigend.

Die Sache ist größer, als sie zunächst klingt. Dem Bericht zufolge beendet Sonys Plan *alle* physischen Medien auf der PlayStation, nicht nur die eigenen Titel. Das bedeutet, dass auch Veröffentlichungen von Drittanbietern betroffen wären. Ab diesem Zeitpunkt geht alles digital - inklusive sogenannter "Code-in-the-Box"-Versionen im Handel, bei denen man eine Hülle kauft, die im Grunde nur einen Download-Code enthält.

Ob Sony tatsächlich reagiert, steht auf einem anderen Blatt. Wie viele betonen, bewegen Petitionen einen Konzern dieser Größe selten. Doch die schiere Zahl der Unterschriften zeigt, wie vielen Spielern es weiterhin wichtig ist, ein Spiel zu besitzen, das man in der Hand halten, verleihen und behalten kann.

Warum uns das härter trifft

Für Spieler in Kroatien und dem gesamten Balkan waren Discs nie bloß eine Sammlerlaune - sie waren die clevere Art zu kaufen. Eine physische Kopie lässt sich weiterverkaufen, tauschen, von einem Freund ausleihen oder gebraucht für einen Bruchteil des Startpreises erwerben. Die Basare, Facebook-Gruppen und lokalen Läden voller gebrauchter Spiele existieren genau deshalb, weil ein Vollpreis-Neuerscheinung hier ein ernster Brocken eines durchschnittlichen Monatsgehalts ist.

Tötet man die Disc, tötet man das gesamte Ökosystem. Für eine digitale Lizenz gibt es keinen Gebrauchtmarkt. Man kann keinen Download-Code verschenken, so wie man zum Geburtstag ein Spiel in der Box überreicht. Und wenn ein Titel nur noch als kontogebundener Kauf existiert, verschwindet die regionale Gewohnheit, Kosten zu teilen, nach dem Durchspielen weiterzuverkaufen oder auf eine günstige Gebrauchtkopie zu warten.

Digitale Stores halten Preise in Euro zudem gerne hoch, ungeachtet lokaler Löhne, und ohne physische Alternative fehlt jedes Ventil. Kein Regal zum Stöbern, kein Händler zum Feilschen, keine geliehene Disc, die durch den Freundeskreis wandert.

Wie es weitergeht

Sony signalisiert bislang keinen Sinneswandel, und 2028 ist weit genug entfernt, dass sich Pläne noch ändern könnten. Vorerst geht es bei der Petition weniger um eine erzwungene Kehrtwende als um eine sehr öffentliche Erinnerung daran, dass ein großer Teil des Publikums - gerade in Märkten, in denen jeder Euro zählt - sich keine rein digitale Zukunft aufzwingen lassen will.

Wer einen Stapel PlayStation-Discs im Regal hat, sollte sie behalten. In ein paar Jahren könnten sie die letzten ihrer Art sein.

Bild: Evan-Amos / Public domain, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sony-PlayStation-3-2001A-wController-L.jpg