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Bewertung

Grain Rot im Test: Zehn Euro schöne Panik

Ein Zwei-Personen-Studio aus Stockholm liefert den Koop-Extraction-Horror des Sommers: Ihr seid ein Funke, der wegwerfbare Holzkörper besetzt, und Sterben ist eine Mechanik, kein Game Over. Stellenweise roh, in den entscheidenden Momenten brillant. Wertung: 8/10

Luka Perić

Monday, August 10, 2026

Grain Rot im Test: Zehn Euro schöne Panik

Ab und zu frisst ein Spiel, das weniger kostet als eine Pizza, eine ganze Woche meiner Abende. Diesen August ist das Grain Rot. Es erschien am 7. August 2026 auf Steam für Windows, entwickelt von Beck & Branch Games, einem Zwei-Personen-Studio aus Stockholm, veröffentlicht von Neem Interactive. Es kostet 9,99 Euro, mit 10 Prozent Launch-Rabatt auf 8,99 Euro noch bis zum 21. August.

Ihr seid nicht der Körper

Die Prämisse ist das Beste daran. Ihr seid keine Figur, sondern ein lebender Funke. Euer Körper ist ein zerbrechliches Holzgefäß, in dem ihr gerade herumfahrt, und wenn dieses Gefäß zerschlagen wird - und das wird es ständig - sterbt ihr nicht. Euer Funke treibt weiter und sucht einen neuen Wirt. Diese eine Designentscheidung stellt das ganze Genre um. In den meisten Extraction-Horrorspielen ist der Tod eine Strafe und ein Ladebildschirm. Hier ist er ein Zustandswechsel, und die Panik, durch eine einstürzende Ruine zu schweben und irgendetwas Anziehbares zu suchen, ist das Stärkste am Spiel.

Die Schleife drumherum ist vertraut, aber geschärft: Mit Freunden steigt ihr in prozedural wechselnde unterirdische Ruinen, plündert, reißt Möbel förmlich in Materialien auseinander und wollt raus sein, bevor euch die Corrupted finden. Alles Erbeutete schleppt ihr in einen dauerhaften Außenposten, den ihr Schritt für Schritt wieder aufbaut und ausbaut, damit der nächste Ausflug weniger katastrophal endet. Wer Lethal Company oder REPO gespielt hat, kennt die Stimmung. Der Unterschied: Grain Rot gibt euch etwas Dauerhaftes, das ihr aus eurer Beute baut, und die Physik ist echt chaotisch statt nur wackelig.

Das Gute und das Hässliche

Wenn es zündet, ist es richtig großartig: Zwei meiner Sitzungen wurden zu zehn Minuten Gebrüll, während einer von uns einen Schrank durch einen Gang zerrte und zwei geliehene Körper versuchten, eine Tür zuzuhalten. Das Sounddesign leistet enorm viel. Die verkohlte, aschige Optik schlägt weit über dem Budget von zwei Leuten.

Die rauen Kanten verschweige ich nicht. Es gibt einen Solomodus, er ist in Ordnung, aber er nimmt fast alles heraus, was das Spiel trägt: Das hier ist ein Koop-Spiel mit Solo-Option, nicht umgekehrt. Der Inhaltsvorrat ist klein, nach rund fünfzehn Stunden zeigen die prozeduralen Ruinen dieselben Räume und dieselben drei Panikszenarien. Der Fortschritt am Außenposten ist anfangs langsamer als nötig, und dazu kommt das übliche Kleinteam-Sortiment an Physikfehlern, wobei mir keiner einen Lauf zerstört hat. Nur Windows, keine Konsolenfassung.

Fazit

Grain Rot ist genau das, worüber ich gern laut werde: ein Erstling von zwei Leuten mit einer großen Idee, sauber umgesetzt, ehrlich bepreist und schon jetzt mit einer sehr positiven Steam-Wertung von Hunderten Spielern, die es vor den großen Seiten gefunden haben. Holt drei Freunde, geht in den Voice-Chat und denkt über zehn Euro nicht zu lange nach.

Ein Vorbehalt: Wenn ihr niemanden zum Mitspielen habt, halbiert meine Begeisterung.

Wertung: 8/10

Bild: Shopstone / CC0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aftermath_of_wildfire,_new_vegetation_growth_beneath_burnt_trees_in_Shasta-Trinity_National_Forest.jpg