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GTA 6 leakt überall - selbst Stop Killing Games sagt: Zahlt den Leakern nichts

Innerhalb von zwei Tagen sind mindestens drei offenbar echte GTA-6-Gameplay-Videos und ein angebliches Bild der kompletten Karte geleakt, alle mit dem Wasserzeichen der Gruppe CyberLeek. Rockstar lässt die Aufnahmen entfernen, und die Verbraucherbewegung Stop Killing Games warnt davor, den Leakern Geld zu schicken.

Jakov Mikelić

Thursday, August 20, 2026

GTA 6 leakt überall - selbst Stop Killing Games sagt: Zahlt den Leakern nichts

Drei Monate vor dem größten Release des Jahrzehnts hat sich das Internet in ein Minenfeld verwandelt. Innerhalb von zwei Tagen sind mindestens drei Videos mit offenbar echtem Gameplay aus Grand Theft Auto 6 geleakt, alle mit dem Wasserzeichen einer Gruppe namens CyberLeek - dazu ein angebliches Bild der kompletten Karte des Spiels. Rockstar lässt die Aufnahmen Berichten zufolge hektisch aus dem Netz entfernen, und die Gruppe droht mit weiteren Veröffentlichungen.

Die Clips wirken überzeugend. Laut Eurogamer zeigen sie Co-Protagonist Jason, wie er nachts mit einem röhrenden Muscle-Car durch Vice City fährt, sich mit Wachleuten an einem Lagerhaus prügelt, Polizisten mit dem Taser ausschaltet, Zeitlupen-Kampfmoves einsetzt, Autoscheiben einschlägt und Schlüssel klont. Details wie eine Fahndungsanzeige mit sechs Sternen und eine Ausdauerleiste haben die meisten Beobachter überzeugt, dass das Material echt ist - ob es aus einem aktuellen oder einem alten Build stammt, weiß allerdings niemand.

Und genau hier hört der Spaß auf. CyberLeek behauptet, im Namen der "Rechte der Spieler" zu handeln, hat Forderungen an Rockstar gestellt und gewarnt, dass sich "Publisher in Acht nehmen" sollten. Diese Rhetorik reichte, um Stop Killing Games auf den Plan zu rufen - die echte Verbraucherbewegung, bekannt für ihren Kampf gegen das Abschalten von Online-Spielen und dafür, dass sie ihr Anliegen bis ins Europäische Parlament getragen hat. Ihre Botschaft war deutlich: "Schickt diesen Leuten kein Geld."

Die Spoiler-Saison beginnt jetzt

Gut, dass sie das laut aussprechen. Was auch immer man von Rockstar, den Preisen von Take-Two oder dem Umgang der Publisher mit ihren Kunden hält - ein Unternehmen mit gestohlenem Material zu erpressen ist kein Verbraucherschutz. Stop Killing Games hat über Jahre Glaubwürdigkeit in den EU-Institutionen aufgebaut, und diese Glaubwürdigkeit zählt auch bei uns in der Region, denn unsere Verbraucherrechte werden am Ende auf EU-Ebene entschieden. Eine Gruppe, die sich dieses Vokabular schnappt, um Geld einzusammeln, schadet der echten Sache weit mehr als Rockstar.

Für alle, die die Tage bis zum 19. November zählen, ist die praktische Folge einfacher: Die Spoiler-Saison hat früher begonnen. Das Timing ist besonders unglücklich, weil nächste Woche ein offizieller Extended Look auf Netflix Premiere feiert - gestohlene Clips liefern sich also ein Wettrennen mit Rockstars sorgfältig inszeniertem Marketing um euren Feed.

Meine Rechnung ist simpel: Wer die Leaks schaut, bekommt heute ein paar inoffizielle Clips - und bezahlt mit Momenten, die Rockstar seit Jahren unter Verschluss hält. Und ein neues GTA kommt nur einmal pro Jahrzehnt. Ich mute die Stichwörter bis November.

Bild: Gary Stevens / CC BY 2.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grand_Theft_Auto,_NY_Chinatown.jpg