Halloween: The Game im Test - ein starker Michael Myers in einer dünnen Nacht
IllFonic trifft endlich eine Slasher-Ikone - Michael Myers macht enormen Spaß und die Zivilisten-Seite hat echte Ideen - doch drei Karten, ständige Bugs und eine Kampagne in Tutorial-Länge machen es schwer, den Launch für 39,99 € zu empfehlen. Wertung: 6/10.
Luka Perić
Friday, September 11, 2026

Worum es geht
Halloween: The Game ist das neueste lizenzierte Asymmetrie-Horrorspiel von IllFonic. Es ist seit dem 8. September 2026 für PC (Steam und Epic), PS5 und Xbox Series X/S erhältlich, mitveröffentlicht von Gun Interactive, und John Carpenter sowie Produzent Malek Akkad waren beteiligt. Wer Friday the 13th: The Game oder Evil Dead: The Game gespielt hat, kennt das Prinzip: Ein Spieler ist Michael Myers, vier andere sind Bewohner von Haddonfield, die die Halloween-Nacht 1978 überleben wollen. Eine Partie dauert rund 20 Minuten, Crossplay verbindet PC und Konsolen, dazu kommt eine kurze Einzelspieler-Story.
Als The Shape unterwegs
Hier rechtfertigt das Spiel seine Lizenz. Michael rennt nicht, und er muss es auch nicht. Mit Shape Jump gleitet er im Schatten durch Türen und Fenster - nicht im direkten Licht, nicht, wenn ihn ein Zivilist ansieht, und nur mit Abklingzeit. Dadurch dreht sich das Killer-Spiel komplett um Lampen, Veranden und Sichtlinien. Wer ein Opfer verfolgt, steigert dessen Angst und schaltet kontextabhängige Kills frei (Kühlschranktüren, Fenster, Telefonkabel), die genau so fies sind wie der Film von 1978. In meinen ersten Stunden als Michael habe ich hinter der Maske ehrlich gegrinst.
Als Zivilist unterwegs
Die Überlebenden-Seite ist klüger als alles, was IllFonic bisher gemacht hat. Statt nur ein Auto zu reparieren, sucht ihr Special Targets - Bewohner, hinter denen auch Michael her ist - und weist normale NPCs an, sich zu verstecken, euch zu folgen oder die Polizei zu rufen. Einen panischen Nachbarn über eine dunkle Straße zu lotsen, während hinter der Hecke etwas atmet, ist der stärkste Spannungsmoment des Spiels. Wer die Perk Card Police Reinforcements ausgerüstet hat, kann nach dem Tod als bewaffneter Polizist zurückkehren und bleibt so im Match, statt nur zuzuschauen. Die Standard Edition bietet 10 Zivilisten, dazu Perk Cards für eigene Loadouts.
Die Probleme
Drei Karten zum Launch - Haddonfield Heights, Haddonfield Town Center und Orange Grove Estates - und alle sind Vorstadt-Varianten derselben Nacht. Nach einem Dutzend Partien kennt man jeden Weg. Die NPC-Wegfindung ist sprunghaft, Greif-Prompts versagen, Figuren clippen in Türen; Bugs gab es in fast jeder meiner Partien. Die Minispiele für den Wiedereinstieg nutzen sich schnell ab. Der Fortschritt ist rein kosmetisch - fair, aber kein großer Anreiz. Die Einzelspieler-Kampagne, die Michael von Smith's Grove zurück nach Haddonfield begleitet, dauert zwei bis drei Stunden und spielt sich wie ein hübsch verpacktes Tutorial mit Sammelobjekten.
Preis bei uns
Die Standard Edition kostet digital 39,99 €. Die teurere Digital Deluxe sperrt zwei zusätzliche Zivilisten, Richard und Alexis, hinter den Aufpreis - bei einem Multiplayer-Spiel für 40 Euro gefällt mir das nicht. Physische Versionen für PS5 und Xbox erscheinen am 6. Oktober, bis dahin bleibt bei uns nur der digitale Kauf.
Fazit
Der beste Michael Myers, den je ein Spiel geliefert hat, und eine Überlebenden-Seite mit echten Ideen - gefangen in einem Launch, der für 39,99 € zu dünn und zu verbuggt ist. Wer vier Freunde hat und den Film liebt, kauft es und spielt private Runden. Wer allein ins Matchmaking will, wartet besser auf Patches und neue Karten.
Wertung: 6/10
Bild: Egon Eagle / CC BY-SA 3.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Michael_Myers_mask.jpg