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Bewertung

Honeycomb: The World Beyond im Test - Tolle Forschung, nerviger Hunger

Das kampflose Survival-Spiel von Frozen Way hat die klügsten Forschungssysteme des Genres in diesem Jahr - und einige der mühsamsten Pflichten. Wertung: 6/10

Luka Perić

Saturday, September 12, 2026

Honeycomb: The World Beyond im Test - Tolle Forschung, nerviger Hunger

Honeycomb: The World Beyond ist ein Survival-Spiel für Leute, die von Survival-Spielen genug haben - oder zumindest von dem Teil, in dem man erst einen Baum schlägt, dann einen Wolf, dann einen noch größeren Wolf. Frozen Way, das Studio aus Krakau, das House Flipper mitentwickelt hat, hat es am 8. September für PC (Steam und Epic), PS5 und Xbox Series X|S veröffentlicht; Publisher ist Snail Games. Ich habe eine Woche auf Sota7 verbracht und bin beeindruckt, genervt und ein bisschen hungrig zurückgekommen.

Worum es geht

Ihr spielt Hennessy O'Quinn, eine Bioingenieurin aus einer dystopischen Untergrundgesellschaft auf der Erde, die Natur kaum je mit eigenen Augen gesehen hat und nun das Ökosystem eines fremden Planeten erforschen soll. Getötet wird nicht. Jagen könnt ihr die Tierwelt nicht - höchstens betäubt ihr ein zu aufdringliches Wesen, besser noch freundet ihr euch mit ihm an. Statt eines Sci-Fi-Multitools, das alles scannt, tragt ihr ein Set einzelner Instrumente mit jeweils eigener Aufgabe, und in der Basis wartet ein richtiges Labor für die Probenanalyse.

Was gut ist

Die Biotechnik ist der Grund, dieses Spiel zu spielen. Honeycomb leiht sich echte Techniken aus der Landwirtschaft - Allogamie (Fremdbestäubung) und Pfropfen - und macht daraus seinen Kern. Ihr findet eine Pflanze mit einer Eigenschaft, die ihr wollt, eine andere mit einer, die ihr braucht, und tüftelt aus, wie sich beide kombinieren lassen. Auch Tiere lassen sich kreuzen, mit sichtbaren körperlichen Veränderungen. Wenn es klickt, fühlt es sich wie echte Forschung an und nicht wie ein Crafting-Menü im Laborkittel. Der Rhythmus aus Erkennen und Handeln mit ständig wechselnden Instrumenten ist die befriedigendste Version von "Scannen", die ich seit Langem gespielt habe.

Sota7 sieht außerdem fantastisch aus. Die Biome sind farbenfroh und dicht, Nebel und Regen tragen die Atmosphäre, und auf dem PC ist das volle NVIDIA-Paket an Bord (DLSS 4.5, Frame Generation, Reflex) - bei mir lief es flüssig. Der Basisbau startet früh und ist großzügig, und beim Craften wird direkt aus dem Lager genommen - ein kleiner Segen, den mehr Survival-Spiele kopieren sollten.

Was nervt

Und dann das Essen. Der Hunger leert sich über rund 24 Spielstunden, der Durst über 16 - klingt milde, bis man merkt, wie viel man auf diesem Planeten zu Fuß unterwegs ist. Landwirtschaft ist so langsam, dass sich Sammeln mehr lohnt, und so wurden zu viele meiner Sessions zu Snack-Läufen zwischen den spannenden Teilen. Für ein Spiel, das sich als meditativ verkauft, ist die Hungeranzeige das Unentspannteste daran.

Es ist auch weniger Sandbox, als das Marketing vermuten lässt. Die Story-Missionen geben ziemlich streng vor, was man wann tut, die Karte verrät Ressourcenfundorte viel zu bereitwillig (was das Entdeckergefühl untergräbt), und die Jagd nach winzigen Insekten für Scan-Quoten wird schnell zur Pflicht. Beim Umbau meiner Basis hatte ich ein paar Abstürze, andere Spieler berichten Ähnliches. Es gibt nur einen Einzelspielermodus; laut den Entwicklern bräuchte Koop Monate zusätzlicher Arbeit.

Für wen es ist

Wer die ruhigen Momente von Subnautica mochte oder ein Survival-Spiel sucht, in dem Neugier den Kampf schlägt, findet hier etwas, das sonst niemand macht. Die Hauptstory dauert laut Entwicklern 15-20 Stunden, mit allem Drum und Dran eher 30. Bei uns kostet es auf Steam 30,49 Euro, bis zum 15. September mit 15 % Rabatt, und Deutsch gehört zu den unterstützten Sprachen. Wer Spannung oder eine wirklich freie Sandbox sucht, wartet besser auf Patches.

Fazit

Honeycomb hat die originellste Idee, die ich dieses Jahr im Survival-Genre gesehen habe, und begräbt sie unter Pflichten, die es nie gebraucht hätte. Wird die Nahrungsschleife repariert und die Leine gelockert, ist das eine leichte Empfehlung. Im Moment ist es ein vielversprechendes Experiment - lohnend wegen der Wissenschaft, nicht wegen der Snacks.

Wertung: 6/10

Bild: Angphotorion / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Plant_tissue_culture.jpg