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League of Legends wurde 2007 als 'Onslaught' gepitcht - jetzt ist das Deck aufgetaucht

YouTuber Necrit hat Riots originalen Investoren-Pitch von 2007 ausgegraben, als League of Legends noch Onslaught: War of the Immortals hieß - samt fraktionsgebundener Champions, einem bärtigen Sion und einer Story über 'eine Art Antichrist'.

Rene Sjeverac

Monday, August 17, 2026

League of Legends wurde 2007 als 'Onslaught' gepitcht - jetzt ist das Deck aufgetaucht

Der größte Esport der Welt begann als Pitch-Deck mit einem anderen Namen. Lore-YouTuber Necrit hat - mit Hilfe einiger Leute bei Riot - den originalen Investoren-Pitch aufgespürt, den das Studio 2007 verschickte, als das Spiel noch Onslaught: War of the Immortals hieß, und die ganze Suche in eine Mini-Doku verwandelt.

Neunzehn Jahre sind in dieser Branche eine Ewigkeit, und das sieht man dem Deck an. Der Pitch beschreibt eine Welt, die in Reiche der Ordnung und des Chaos gespalten ist, mit einer Story um "eine Art Antichrist", der die Realität zerreißt. Manche Champions waren exklusiv für eine Fraktion - wer eine Seite wählte, verlor den Zugriff auf einen Teil des Rosters.

Fraktionsgebundene Champions hätten den Draft getötet

Genau dieses Detail lässt mich nicht los. Ich habe mehr Profi-Drafts gesehen, als ich zählen kann, und die Flexibilität der Champions ist das gesamte Schachspiel des modernen League. Der 60-Sekunden-Tanz aus Picks, Bans, Flexes und Countern funktioniert nur, weil theoretisch jeder alles spielen kann. Sperrt man Champions hinter Fraktionen, starren sich zwei halbe Roster an - eine strategische Ebene, amputiert, bevor das Spiel überhaupt lädt. Wer auch immer Riot diese Idee ausgeredet hat, verdient eine Statue vor der Worlds-Arena.

Der Rest des Decks liest sich im Rückblick wie ein Fiebertraum. Das Spiel war offenbar um 6v6 herum konzipiert statt um das 5v5, das zum Genre-Standard wurde. Sion hatte einen Bart. Singed hieß "Zij". Annie dagegen war schon damals dabei, samt brennendem Teddybär - manche Ideen sitzen eben beim ersten Versuch.

Archive zählen - und Riot hat seines tatsächlich geöffnet

Man muss es anerkennen: Necrit bat darum, Leagues Urform zu sehen, und Riot rückte das Material heraus, statt es auf einer toten Festplatte verrotten zu lassen. Spielebewahrung bedeutet sonst meist, dass Fans Builds gegen den Willen eines Publishers rekonstruieren - ein Studio, das freiwillig den Tresor seiner eigenen unbeholfenen Jugendjahre öffnet, ist wirklich selten.

Es ist außerdem ein nützlicher Realitätscheck. Das Produkt, das ein Genre definierte und einen globalen Esport-Zirkus aufbaute, begann als grobes Deck, das Investoren erst überzeugen musste, dass das Ganze überhaupt ein Geschäft ist. Irgendwo wird gerade ein Pitch von 2026 aus einem Meetingraum gelacht - und füllt 2045 vielleicht Arenen. Vermutlich hat auch er eine bärtige Figur, die am Ende glatzköpfig wird.

Bild: Hilary Murugu / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:League_of_Legends_esports_championship_in_Nairobi.jpg