Madden NFL 27 im Test: Der beste Franchise-Modus seit Jahren, die alten Gewohnheiten bleiben
EAs jährliche Football-Simulation repariert endlich den Modus, der zählt - der Franchise-Modus ist dank der neuen Persona Engine richtig stark -, aber die Monetarisierung von Ultimate Team und Launch-Macken halten sie am Boden. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Friday, August 14, 2026

Jeden August dasselbe Ritual: ein neues Madden, ein neuer Cover-Star und dieselbe Frage - hat EA dieses Jahr wirklich etwas geändert? Ausnahmsweise lautet die ehrliche Antwort: ja. Madden NFL 27 (erschienen am 13. August für PS5, Xbox Series X/S, PC und Switch 2, dazu eine abgespeckte Apple-Arcade-Version; 69,99 Dollar Standard, 99,99 Deluxe) setzt Bears-Quarterback Caleb Williams auf ein Cover im Jumpman-Stil und liefert - viel wichtiger - die größte Überarbeitung des Franchise-Modus seit einem Jahrzehnt.
Der Star ist die neue Persona Engine. Spieler im Franchise-Modus haben jetzt eigene Persönlichkeiten und Motivationen: Stars streiken für neue Verträge, Verhandlungen kennen garantiertes Geld und Void Years, CPU-Manager verhalten sich, als hätten sie tatsächlich Football gesehen, und Geschichten entstehen von selbst statt als geskriptete Deko. Ich habe drei Abende in einen Bears-Neuaufbau versenkt, und zum ersten Mal seit Jahren wirkte die Liga um mich herum lebendig. Wöchentliche Entscheidungen haben Kontext, die Free Agency hat Logik, und ich habe mich dabei ertappt, um Mitternacht Cap Space zu planen wie ein unbezahlter Buchhalter. Ein größeres Kompliment kann ein Franchise-Modus nicht bekommen.
Auch auf dem Feld ist es besser. Die Defensiv-Überarbeitung ist echt - Linebacker lesen endlich Spielzüge, statt zu teleportieren oder zu dösen, und die erweiterten Pre-Snap-Optionen geben der Defense eine Schach-Ebene, die ihr lange gefehlt hat. Das optionale Catch Meter ist eine nette Skill-Zutat, die sich einfach abschalten lässt. Optisch ist das Spiel wunderschön und nah an einer echten TV-Übertragung.
Nun die Gewohnheiten. Ultimate Team ist weiterhin ein Spielautomat, und seine Monetarisierungslogik sickert in den Rest des Spiels. Das neue Wear-and-Tear-System braucht dringend Feintuning - die CPU verwaltet es schlecht, was eine Saison ruinieren kann. Die Draft-Präsentation ist flach wie ein Trainingsplatz, und alle paar Partien läuft ein Spielzug so ab, dass ihn weder Physik noch Logik erklären. Und darunter bleibt es eine jährliche 70-Dollar-Iteration desselben Kerns.
Eine regionale Anmerkung: American Football bleibt bei uns ein Nischensport, und Rabatt gibt es dafür keinen - man zahlt den vollen Preis wie alle anderen. Wer pro Jahr nur ein paar lockere Matches spielt, für den ist diese Rechnung brutal.
Für wen ist es also? Wer im Franchise-Modus lebt, soll zugreifen - das ist das beste Madden seit zehn Jahren, und allein die Persona Engine rechtfertigt das Upgrade. Wer hauptsächlich Ultimate Team oder gelegentliche Matches mit Freunden spielt, besitzt dieses Spiel schon; es hieß Madden 26, und ein Sale behandelt euch besser.
Fazit: ein wirklich bedeutsamer Schritt nach vorn für die Serie, heruntergezogen von derselben Monetarisierung und demselben Launch-Gewackel wie immer. Fortschritt, aber zu EAs Bedingungen.
Wertung: 7/10
Bild: Unknown / CC CC0 1.0, source: https://www.rawpixel.com/image/6111334/photo-image-light-public-domain-blue