Onimusha: Way of the Sword im Test - Capcoms Klinge ist wieder scharf
Nach zwei Jahrzehnten Pause kehrt Onimusha mit dem besten Schwertkampf zurück, den Capcom seit Jahren abgeliefert hat - leicht gebremst von altbackenem Arena-Füller. Wertung: 8/10.
Luka Perić
Sunday, September 6, 2026

Ich bin ehrlich: Ich habe nicht erwartet, dass eine seit den frühen 2000ern schlafende Serie eines der besten Nahkampfsysteme des Jahres 2026 abliefert. Und doch ist es so. Onimusha: Way of the Sword erschien am 4. September für PS5, Xbox Series X/S, Switch 2 und PC (Steam und Epic), und nach rund zwanzig Stunden im düster-fantastischen Kyoto der Edo-Zeit kann ich sagen: Capcoms Samurai-Comeback wird dem Hype größtenteils gerecht.
Man spielt einen jungen, fiktionalisierten Miyamoto Musashi, gestaltet nach dem großen Toshiro Mifune - eine brillante Entscheidung, die jeder Zwischensequenz echte Leinwandpräsenz verleiht. Das dämonenverseuchte Kyoto pendelt zwischen geerdetem Historiendrama und groteskem übernatürlichem Horror und sieht auf der RE Engine fantastisch aus.
Der Kampf ist der Star. Capcom betont, dass dies kein Soulslike ist, und das stimmt - es ist eher ein Duellanten-Simulator. Jeder Kampf dreht sich darum, den Gegner zu lesen, im exakten Moment zu parieren und Blößen zu bestrafen. Wildes Knöpfedrücken bedeutet den schnellen Tod. Wenn es klickt - besonders in den Eins-gegen-eins-Bossduellen, die zu den besten dieser Generation gehören - entsteht diese Konzentration mit schwitzigen Händen, die nur die besten Actionspiele erzeugen. Seelen mit dem Oni-Handschuh aufzusaugen fühlt sich noch genauso befriedigend an wie 2001.
Die Schwächen? Way of the Sword erinnert sich manchmal etwas zu gern an seine Vorfahren. Aus Rissen spawnende Standardgegner in flachen Arenen strecken die größtenteils lineare Kampagne, und einige Abschnitte in der Spielmitte recyceln Begegnungen, bis die Spannung verpufft. Die Nebeninhalte sind aus gutem Grund optional - das meiste ist vergessenswert. Die Erkundung ist solide, aber nie aufregend; das hier ist ein Korridorspiel im leichten Open-Zone-Kostüm.
Für wen ist es? Wer Sekiros Parier-Rhythmus liebte, aber etwas weniger Gnadenloses und mehr Kino wollte, ist hier richtig. Wer Open-World-Weite oder RPG-Tiefe braucht, sollte weitersuchen - dies ist eine fokussierte Action-Kampagne alter Schule, und gerade deshalb besser. Die Verfügbarkeit ist bei uns kein Problem: Das Spiel ist ab Tag eins auf allen aktuellen Plattformen erhältlich, und die Switch-2-Version gilt technisch als Überraschung des Releases.
Fazit: Way of the Sword ist ein selbstbewusstes, stellenweise altmodisches Comeback. Der öde Arena-Füller hält es aus der Allzeit-Spitze fern, aber der Schwertkampf ist so gut, dass ich das Spiel mit dem sofortigen Wunsch nach einer Fortsetzung beendet habe - das habe ich über Onimusha zwanzig Jahre lang nicht gesagt.
Wertung: 8/10
Bild: Forgottencompt123 / CC0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Statue_of_Miyamoto_Musashi_(%E5%AE%AE%E6%9C%AC%E6%AD%A6%E8%94%B5%E5%83%8F).jpg