Orbitals im Test: Wunderschöner Koop ohne Mut zum Risiko
Shapefarms Koop-Abenteuer für die Switch 2 ist wunderschön, dank kostenlosem Friend's Pass großzügig und arm an frischen Ideen. Ein schönes Wochenende zu zweit, kein Meilenstein des Genres. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Monday, September 14, 2026

Orbitals ist genau die Art Spiel, von der ich mir auf der Switch 2 mehr wünsche: ein reines Zwei-Spieler-Abenteuer fürs Sofa, mit einem Stil, den man quer durchs Wohnzimmer erkennt. Entwickelt von Shapefarm und veröffentlicht von Kepler Interactive, ist es am 3. September als Switch-2-Exklusivtitel erschienen. Gleichzeitig erinnert es daran, wie leicht Hazelight dieses Genre aussehen lässt - und wie schwer es tatsächlich ist.
Worum es geht
Ihr spielt Maki und Omura, zwei junge Erwachsene von einer abgelegenen Raumstation, die mit einem klapprigen Schiff aufbrechen, um Reaktorkassetten aus verlassenen Stationen zu bergen, bevor ein übernatürlicher kosmischer Sturm ihre Heimat auslöscht. Die Präsentation trägt viel: ein Retro-Anime-Look, handgefertigte Zwischensequenzen von Studio Massket und eine vollständige Sprachausgabe auf Englisch, Japanisch und sechs weiteren Sprachen. Nach einer Stunde bin ich auf die japanische Tonspur umgestiegen und dabei geblieben.
So spielt es sich
Orbitals ist reiner Koop und fast immer asymmetrisch. Jeder trägt andere Ausrüstung - eine Kombination aus Laser, Enterhaken und Wasserkanone - und die Rätsel drehen sich darum, diese Werkzeuge zu kombinieren. Wenn es funktioniert, ist es die gute Art von Sofa-Geschrei: Einer schwingt über einen Abgrund, der andere räumt den Weg frei, das Timing wird laut abgesprochen, und wenn es klickt, gibt es ein kleines High Five. Zwischen den Stationen geht es mit dem Schiff hinaus - einer fliegt, der andere sitzt am Geschütz - und das Schiff füllt sich nach und nach mit gesammelten Kreaturen und kleinen Minispielen. Eine Siedlung dient als kleiner Hub, zu dem ihr regelmäßig zurückkehrt.
Die Stärken
- Es sieht und klingt wunderbar. Kaum ein Spiel auf der Konsole hat so viel Persönlichkeit pro Bild. - Der Friend's Pass ist eine echt spielerfreundliche Entscheidung. Nur eine Person muss das Spiel besitzen; der Partner lädt den kostenlosen Pass herunter, lokal oder online, und per GameShare kann sogar jemand mit einer ursprünglichen Switch lokal mitspielen. Der Pass enthält außerdem eine kostenlose Demo des ersten Kapitels, sodass zwei beliebige Switch-2-Besitzer vor dem Kauf reinschnuppern können. - Der Ton ist warm und gemütlich, eine schöne Abwechslung nach einem Monat voller Soulslikes.
Die Schwächen
- Zu viele Rätsel laufen auf Abwechseln hinaus: Ich schieße, du ziehst, ich schieße wieder. Echte Absprache ist viel seltener nötig, als das Design verspricht. - Die Weltraumkämpfe sind der schwächste Teil. Schnelle Zielsuchraketen und hakeliges Ausweichen machen diese Abschnitte zur Pflichtübung. - Die Geschichte ist dünn und wenig originell und endet, bevor Maki und Omura mehr als sympathische Skizzen werden. - Es ist kurz - etwa sechs bis acht Stunden - und trotzdem gehen ihm vor dem Ende die frischen Ideen aus.
Preis und Verfügbarkeit bei uns
Im US-eShop kostet Orbitals 39,99 Dollar, im europäischen Handel liegt die Standard-Edition bei rund 40 Euro. Da eine Kopie für zwei reicht, ist der Preis pro Kopf für ein, zwei Wochenenden fair - eine angenehme Überraschung, wenn Nintendos eigene Switch-2-Titel regelmäßig 70 Euro und mehr kosten. Denkt nur daran, dass Online-Koop auf beiden Seiten Nintendo Switch Online voraussetzt.
Fazit
Orbitals ist ein schönes Wochenende zu zweit, aber kein Meilenstein des Genres. Wer einen festen Koop-Partner und eine Switch 2 hat, kann bedenkenlos zugreifen, zumal der Friend's Pass fast jedes Risiko nimmt. Wer It Takes Two und Split Fiction schon kennt, wird die Nähte sehen - und den fehlenden Ehrgeiz.
Wertung: 7/10
Bild: Crisco 1492 / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nintendo_Switch_2_in_Docking_Console.jpg