Samsung sagt: Der Speicher-Engpass dauert bis 2028 - wann also aufrüsten?
Samsung erwartet, dass das Speicherangebot bis 2027 knapp bleibt und die Knappheit mindestens bis 2028 anhält, während AMD Berichten zufolge nach Nvidia die Preise für GPUs und Speicher anhebt. Was das für alle bedeutet, die in unserer Region ein PC-Upgrade planen.
Jakov Mikelić
Tuesday, August 4, 2026

Wer sein PC-Upgrade aufschiebt, weil sich die Preise "nächstes Jahr sicher beruhigen", hat gerade von einem der wenigen Unternehmen, die es wirklich wissen können, die klare Ansage bekommen: Hört auf, darauf zu warten.
Samsung, das rund ein Drittel des weltweiten Speicherangebots produziert, erklärte im jüngsten Earnings Call, dass das Angebot bis Ende 2027 knapp bleiben wird, während die Nachfrage weiter steigt - und dass die Engpässe voraussichtlich mindestens bis 2028 andauern. Das ist kein Gerücht und keine Analystenschätzung, sondern die Aussage des Herstellers selbst, wie TechCrunch und Eurogamer berichten. Und ja, derselbe Bericht zeigt: Samsung verdient an der ganzen Sache prächtig. Engpässe sind ein Elend für Käufer und ein Goldesel für die drei Konzerne, die den Speichermarkt kontrollieren.
Obendrauf bereitet AMD Berichten zufolge Preiserhöhungen für seine Grafikkarten und Speicherprodukte vor - direkt nachdem Nvidia denselben Schritt gemacht hat. Laut Branchenberichten hat AMD bewusst gewartet, bis Nvidia vorlegt, um nicht als Einziger zu erhöhen und Marktanteile zu riskieren. Lest das ruhig noch einmal: Die beiden GPU-Rivalen konkurrieren gerade nicht über den Preis, sie wechseln sich beim Erhöhen ab. Druck nach unten kommt von nirgendwo.
Was heißt das für einen normalen Spieler bei uns, wo eine Grafikkarte ohnehin einen größeren Teil des Gehalts frisst als in Deutschland oder Großbritannien? Ein paar nüchterne Gedanken. Erstens: Speicher steckt in allem - in Grafikkarten, SSDs, Konsolen, Handys. Das ist also kein reines PC-Bastler-Problem. Zweitens: Wenn euer Rechner das Upgrade wirklich jetzt braucht, wird sich sechs Monate Warten auf einen Preisrutsch diesmal wohl nicht lohnen - der Hersteller selbst sagt, dass vor 2028 kein Rutsch eingeplant ist. Drittens: Wenn eure Konfiguration noch alles stemmt, was ihr spielt, ist der klügste Zug der langweiligste - überspringt den Zyklus und lasst diese Generation einfach vorbeiziehen.
Und der Gebrauchtmarkt hat gerade an Wert gewonnen. Gebrauchter RAM gehört zu den sichereren Gebrauchtkomponenten - er funktioniert oder eben nicht, und das lässt sich leicht testen. In einer Phase wie dieser sind lokale Kleinanzeigen ein legitimer Upgrade-Weg, kein Kompromiss.
Was mich am meisten stört, ist nicht der Engpass selbst - Zyklen gibt es immer. Es ist die Tatsache, dass eine Handvoll Unternehmen mitten in einer "Krise" Rekordergebnisse verbucht und uns seelenruhig mitteilt, dass sie noch drei Jahre dauern wird. Das Speicher-Oligopol können wir beide nicht reparieren. Wir können nur aufhören, es mit FOMO-Upgrades zu füttern, die wir gar nicht gebraucht hätten.
Bild: Mister rf / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:F11636S.jpg