Sony hat nicht einmal intern ein PS6-Datum - was das für den Geldbeutel heißt
Sony-CEO Hiroki Totoki räumt ein, dass es nicht einmal intern ein Release-Datum für die PlayStation 6 gibt, während die globale Komponentenknappheit anhält. Für Spieler in unserer Region bedeutet das: eine längere PS5-Ära, keine Preissenkungen in Sicht und ein Gebrauchtmarkt, der seinen Wert hält.
Jakov Mikelić
Tuesday, August 18, 2026

Wer die PS5 überspringt, weil "die PS6 gleich um die Ecke" sei - ich habe schlechte Nachrichten. Sony-CEO Hiroki Totoki hat dem Wall Street Journal gesagt, dass das Unternehmen nicht einmal intern ein Release-Datum für die PlayStation 6 festgelegt hat. Es geht nicht um ein Datum, das vor der Öffentlichkeit geheim gehalten wird. Es gibt schlicht keines.
Der Schuldige ist die Komponentenkrise, von der wir seit Monaten hören: Speicher und Chips werden von KI-Rechenzentren verschlungen, der Krieg im Iran erschüttert die Lieferketten, und obendrauf kommen Vorwürfe von Preisabsprachen. Konsolenhersteller stehen praktisch am Ende der Schlange, weil KI-Firmen für dasselbe Silizium deutlich mehr zahlen.
Was das für uns bedeutet
Erstens: Die PS5-Generation wird dauern. Wer die Konsole schon besitzt, für den ist das eigentlich eine gute Nachricht - die Hardware bleibt länger aktuell, und die Bibliothek wächst ohne erzwungenes Upgrade.
Zweitens: Preissenkungen zur Mitte der Generation kann man vergessen. In früheren Generationen wurde eine Konsole mit der Zeit günstiger. Diese ging den umgekehrten Weg - statt Rabatten gab es Preiserhöhungen. Bei derart knappen und teuren Komponenten sehe ich keinen realistischen Weg zu einer günstigeren PS5 in absehbarer Zeit. Wer irgendwo einen echten Rabatt auf neue Hardware findet, erlebt eine Ausnahme, keinen Trend.
Drittens: Der Gebrauchtmarkt bleibt stark. Wenn neue Hardware teuer ist und die nächste Generation nirgends in Sicht, halten gebrauchte Konsolen ihren Wert. Gut, wenn man verkauft - weniger schön, wenn man auf eine günstige gebrauchte PS5 gehofft hat.
Am meisten überrascht mich eigentlich die Ehrlichkeit. Wir sind es gewohnt, dass Manager das Blaue vom Himmel versprechen; hier sagt der Sony-Chef offen, dass die Lage so instabil ist, dass sich ein Launch nicht einmal planen lässt. Die gesamte Branche ist derzeit Geisel der Nachfrage von KI-Rechenzentren, und niemand - auch kein Riese wie Sony - kann versprechen, wann sich das ändert.
Und vielleicht ist eine längere Generation gar keine Tragödie. Entwickler kennen die Hardware endlich in- und auswendig, niemand wird zu Cross-Gen-Kompromissen gezwungen, und unsere Geldbeutel bekommen eine Pause. Die PS6 kommt, wenn sie kommt. Bis dahin geht die PS5 nirgendwohin - und ihr Preis leider auch nicht.
Bild: Xephuwu / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:KontrolerDualSense.jpg