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Sony zahlt 7,85 Millionen Dollar an PlayStation-Besitzer - als Store-Guthaben

Eine US-Sammelklage wegen des Verschwindens digitaler Spiele-Gutscheine bei Drittanbietern endet mit einem Vergleich über 7,85 Millionen Dollar, der automatisch als PlayStation-Network-Guthaben an rund 4,4 Millionen Spieler ausgezahlt wird. Manche bekommen 91 Cent.

Ana Horvat

Ana Horvat

Tuesday, September 1, 2026

Sony zahlt 7,85 Millionen Dollar an PlayStation-Besitzer - als Store-Guthaben

Erinnert ihr euch daran, einen Download-Code für ein bestimmtes PlayStation-Spiel im Laden zu kaufen? Keine allgemeine Geschenkkarte, sondern einen Gutschein für genau dieses eine Spiel, bei Amazon oder im Handel, oft ein wenig günstiger als der Preis im PlayStation Store für denselben Download. Das ist vor Jahren leise verschwunden, und die meisten von uns haben mit den Schultern gezuckt und weiter bei Sony gekauft, weil es schlicht keine Alternative gab.

Wie sich zeigt, hat das jetzt ein Preisschild.

Sony Interactive Entertainment zahlt 7,85 Millionen Dollar, um die Sammelklage Caccuri gegen Sony Interactive Entertainment beizulegen. Darin wurde dem Unternehmen vorgeworfen, gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben, indem es Drittanbietern den Verkauf digitaler Codes für PlayStation-Spiele entzogen hat. Der Kern des Vorwurfs ist leicht nachzuvollziehen: Wenn der PlayStation Store der einzige Ort ist, an dem man ein digitales PS-Spiel kaufen kann, kann niemand Sony beim Preis unterbieten - und Spieler zahlen am Ende mehr, als sie sonst gezahlt hätten. Ein Bundesgericht in Kalifornien hat dem Vergleich vorläufig zugestimmt, die Anhörung zur endgültigen Genehmigung ist für den 15. Oktober angesetzt.

Was Spieler tatsächlich bekommen

Rund 4,4 Millionen PlayStation-Besitzer in den USA sind erfasst, und das Geld soll automatisch als Guthaben im PlayStation-Network-Wallet ankommen - kein Antragsformular, kein Portal, das man erst suchen muss. Bis zu einem Viertel der Gesamtsumme geht an Anwaltskosten, Steuern und Verwaltung, der Rest wird unter den Mitgliedern der Sammelklage aufgeteilt. Die berichteten Einzelauszahlungen liegen ungefähr zwischen 0,91 und 33,66 Dollar.

Einundneunzig Cent. Ich habe diese Zahl zweimal gelesen. Für manche Leute ist das die Entschädigung für Jahre eines Stores ohne jede Konkurrenz - und sie fließt als Guthaben direkt in genau diesen Store zurück. Das hat etwas fast Komisches, auf eine Art, die überhaupt nicht komisch ist.

Warum mich das von hier aus interessiert

Das ist ein US-Vergleich, in europäischen Geldbörsen landet also nichts, und ich tue nicht so, als wäre es anders. Aber das, was darunter liegt, betrifft uns sehr wohl. Jede Konsole, die ich besitze - PlayStation, Xbox, Switch - verkauft mir digitale Spiele über genau einen Shop, betrieben von der Firma, die auch die Hardware gebaut hat. Kein Preisvergleich, kein Umsehen, kein Warten darauf, dass jemand anderes den besseren Sale fährt. Bei physischen Spielen geht das noch. Bei digitalen praktisch nicht.

Ein Vergleich ist kein Schuldspruch, und dass Sony die Sache beilegt, bedeutet nicht, dass ein Gericht einen Rechtsverstoß festgestellt hat. Aber es ist einer der wenigen Momente, in denen überhaupt jemand eine konkrete Zahl daran geheftet hat, was ein geschlossener digitaler Store die Menschen kosten könnte, die ihn nutzen. Und diese Zahl steht jetzt auf dem Papier.

Ich würde mir wirklich wünschen, dass das ein Anfang wird und keine Fußnote. Nicht weil ich jemandes 91 Cent brauche, sondern weil ich mich noch an die Version von Konsolen-Gaming erinnere, in der es Teil des Spaßes war, ein Spiel woanders günstiger zu finden. Einundneunzig Cent holen das nicht zurück.

Bild: Xephuwu / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:KontrolerDualSense.jpg