Splatoon Raiders im Test: Tinte, Loot und ein Risiko, das sich lohnt
Nintendos erster PvE-Looter-Shooter tauscht Turf War gegen unheimliche Inseln und Extraktionsspannung. Die Loot-Schleife ist vertraut, die Umsetzung erstklassig. Wertung: 8/10
Luka Perić
Monday, August 3, 2026

Ich bin ehrlich: "Splatoon macht einen Looter-Shooter" klang für mich nach einer Zeile aus einer Marketing-Präsentation, nicht nach einem Spiel, das ich wirklich spielen wollte. Anderthalb Wochen später bin ich froh, mich geirrt zu haben. Größtenteils.
Worum es geht
Splatoon Raiders ist ein Spin-off von Nintendo EPD, erschienen am 23. Juli 2026 exklusiv für die Switch 2, für 49,99 Dollar digital oder 59,99 Dollar physisch. Turf War gibt es hier nicht. Man spielt einen Mechaniker, der auf den abgelegenen Spirhalite-Inseln gestrandet ist, an der Seite von Deep Cut - Shiver, Frye und Big Man aus Splatoon 3. Die Schleife: auf einer Insel landen, Schätze suchen, Wellen von Salmoniden abwehren und entkommen, bevor alles um einen herum zusammenbricht. Es ist in erster Linie ein storyfokussiertes Einzelspieler-Spiel, mit optionalem Koop für bis zu vier Spieler, lokal oder online, wobei der Schwierigkeitsgrad mit der Teamgröße skaliert.
Die Stärken
Die Fortbewegung ist weiterhin der Star dieser Serie. Durch die eigene Tinte Wände hinauf und über Decken zu schwimmen, überträgt sich brillant von Arenen auf offene Erkundung - einen verfallenen Leuchtturm in Tintenfischform zu erklimmen fühlt sich schlicht besser an als die Fortbewegung in jedem anderen Koop-Shooter, den ich dieses Jahr gespielt habe. Die Inseln selbst sind die größte Überraschung: verlassen, leise verstörend, mit geologischen Verschiebungen, die mitten im Durchgang die Routen neu anordnen. Für eine Serie, die auf Neon-Fröhlichkeit gebaut ist, ist Raiders ehrlich unheimlich - und ich liebe es, dass Nintendo das konsequent durchzieht.
Auch die Extraktionsspannung funktioniert. Jeder Durchgang endet mit derselben köstlichen Frage - noch eine Truhe mitnehmen oder raus, solange es noch geht - und im Koop wird diese Debatte laut geführt, genau da glänzt das Spiel. Deep Cut tragen die Geschichte derweil mit mehr Persönlichkeit, als sich diese Serie je erlaubt hat.
Die Schwächen
Der Loot selbst ist der uninteressanteste Teil. Waffen- und Ausrüstungs-Upgrades sind solide, nie aufregend, und wer ein Dutzend moderner Koop-Shooter gespielt hat, erkennt dieses Gerüst sofort - Raiders erfindet die Struktur nicht neu, es dekoriert sie nur besser als die meisten. Die Inseln in der Spielmitte wiederholen zudem ihre Tricks, bevor die Story wieder anzieht. Und es ist eine Switch-2-Exklusive - die Konsole ist bei uns weiterhin teuer und nicht immer leicht zu bekommen, eine echte Hürde für ein 50-Dollar-Spin-off.
Fazit
Raiders ist das Interessanteste, was Splatoon seit 2015 gemacht hat: ein vertrautes Koop-Gerüst in wunderschöner, verstörender neuer Haut, mit einer Fortbewegung, die niemand sonst erreicht. Wer eine Switch 2 besitzt, bekommt eine klare Empfehlung. Wer nicht, findet hier nicht das Spiel, das den Konsolenkauf rechtfertigt - aber es fehlt nicht viel.
Wertung: 8/10
Bild: Philip Terry Graham / CC0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:EB_Games_Expo_2015_-_Splatoon.JPG