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Steam Frame kostet 1.059 Dollar - Valves RAM-Begründung kaufe ich, das fehlende Netzteil nicht

Valves Steam Frame startet mit Reservierungen ab 1.059 Dollar (1.049 Euro), und Valve gibt zu, dass die Speicherkrise den Preis über das eigentliche Ziel getrieben hat. Die RAM-Begründung hält. Das fehlende Netzteil nicht. Der echte Test ist die Streaming-Latenz.

Rene Sjeverac

Tuesday, September 15, 2026

Steam Frame kostet 1.059 Dollar - Valves RAM-Begründung kaufe ich, das fehlende Netzteil nicht

Sechzehn Gigabyte LPDDR5X. So viel steckt im Steam Frame, und 2026 kostet diese Zeile im Datenblatt deutlich mehr als im vergangenen November, als Valve das Headset zum ersten Mal gezeigt hat.

Die Reservierungen sind seit dem 14. September offen, und der Preis ist endlich raus: 1.059 Dollar für das 256-GB-Modell, 1.299 Dollar für 1 TB. In Europa sind es 1.049 und 1.279 Euro. Und Valve tut nicht so, als wäre das der Plan gewesen. Gegenüber PC Gamer räumte das Unternehmen ein, vor der Speicherkrise einen niedrigeren Preis angepeilt zu haben - zusammengefasst in einem sehr 2026-typischen Satz: "Ich wünschte, wir hätten es zu dem Preis ausliefern können, bei dem wir letztes Jahr lagen."

Ich glaube ihnen. Wer in letzter Zeit Preise für ein DDR5-Kit oder eine NVMe-SSD verglichen hat, weiß, wie hässlich der Komponentenmarkt gerade ist. Nimmt man das Frame auseinander, bleiben ein Snapdragon 8 Gen 3, 16 GB schneller Speicher und bis zu ein Terabyte Flash - im Grunde ein Flaggschiff-Smartphone, das man sich ins Gesicht schnallt, plus zwei Panels mit 2160x2160. Wenn die Speicherhersteller ihre Produktion Richtung Rechenzentren lenken, zahlt jeder weiter unten in der Kette drauf. Valve hatte signalisiert, unter den 999 Dollar des alten Index-Kits bleiben zu wollen. Das hat nicht geklappt - aber immerhin sagt Valve das offen, statt sich hinter "Premium-Positionierung" zu verstecken.

Was ich nicht kaufe: ein Tausend-Dollar-Gerät ohne Netzteil im Karton. Das Ladegerät kostet extra, genau wie das Ergonomie-Zubehörkit. Klar, jedes USB-C-Netzteil ab 45 W funktioniert, und die meisten von uns haben eins in der Schublade. Trotzdem ist das der Trick aus der Smartphone-Branche, den niemand von Valve kopiert sehen wollte.

Jetzt der Teil, der mich wirklich interessiert. Der große Trick des Frame ist Eye-Tracking, das Foveated Rendering und Foveated Streaming steuert - volle Details nur dort, wo deine Augen hinschauen, weniger überall sonst. Valve nennt das den Durchbruch, der einen nativen 64-Bit-ARM-Build von Half-Life: Alyx möglich gemacht hat. Alyx liegt jedem Gerät bei, läuft standalone, und Cloud-Speicherstände wandern mit, wenn du zum Streaming vom PC wechselst. Das ist ein echter Engineering-Flex und deutlich spannender als die Preisdebatte.

Aber ich bin ein Latenz-Mensch, also frage ich direkt: Wie sieht die komplette Motion-to-Photon-Kette aus, wenn man vom PC über den mitgelieferten 6-GHz-WLAN-Dongle streamt und das Eye-Tracking entscheidet, wohin die Pixel gehen? Foveation, die einer schnellen Augenbewegung hinterherhinkt, sieht man - und in allem, was schnell ist, ob Pavlov, Beat Saber auf Expert+ oder jeder Shooter mit echten Flicks, ist das der Wert, der über alles entscheidet. Die Panels laufen mit 72 bis 120 Hz, 144 Hz sind als experimentell gelistet. Ich will Frametime-Graphen und gemessene Latenz sehen, kein Datenblatt.

Der Kauf ist ein eigenes Minispiel: eine Reservierungslotterie, die am 17. September um 10 Uhr pazifischer Zeit (19 Uhr MESZ) schließt, eine zufällige Warteschlange, danach Kauf-Mails an alle, die einen Platz erwischen. Nach den GPU-Launches der letzten Jahre nehme ich jederzeit lieber eine Lotterie als einen von Bots überrannten Warenkorb-Button.

Das größere Problem ist weder die Lotterie noch das Netzteil. Wie PC Gamer anmerkt, landet das Frame in einer der ruhigsten Phasen für VR auf Steam, und Valve will die Begeisterung für PCVR "neu entfachen". Ein Eintrittspreis von 1.059 Dollar schafft das allein nicht. Ein Headset, bei dem sich PC-Streaming anfühlt, als hinge ein Kabel dran, vielleicht schon. Hält die Latenz, ist das Frame genau dieses Headset. Wenn nicht, ist es eine sehr schöne, sehr teure Alyx-Maschine.

Bild: Airman 1st Class Robyn Hunsinger / Public domain, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Air_Force_officer_using_Valve_Index.jpg