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The Blood of Dawnwalker Vorschau: Die DNA von Witcher 3 sitzt tief

Ein frisches vierstündiges Anspielen von Rebel Wolves' Vampir-RPG zeigt ein Spiel, das sich stark an The Witcher 3 anlehnt - zugleich seine größte Stärke und sein offensichtlichstes Risiko.

Marko Kovač

Marko Kovač

Wednesday, July 8, 2026

The Blood of Dawnwalker Vorschau: Die DNA von Witcher 3 sitzt tief

Witcher-Veteranen, Vampirzähne

Wenn man The Blood of Dawnwalker genauer betrachtet, sieht man fast Geralt im Hintergrund reiten. Das ist kein Zufall: Rebel Wolves ist voll von Entwicklern, die The Witcher 3 gebaut haben, darunter Regisseur Konrad Tomaszkiewicz. Wenn also ein frühes vierstündiges Anspielen sagt, das Spiel borge sich viel von diesem Klassiker aus 2015 - im Guten wie im Schlechten -, sollte das niemanden überraschen.

Die Idee ist gut. Man spielt Coen, einen Mann, der dazu verflucht ist, tagsüber als Mensch und nachts als Vampir zu leben, losgelassen in einem Winkel Südosteuropas des 14. Jahrhunderts. Man bekommt etwa 30 Ingame-Tage, um seine Familie vor einem tyrannischen Vampirfürsten zu retten, und das Studio nennt die Struktur einen "narrativen Sandkasten" - Quests lassen sich also in unterschiedlicher Reihenfolge angehen, mit Konsequenzen, die tatsächlich bleiben.

Das gute Erbe

Was Dawnwalker von The Witcher 3 übernimmt, sind größtenteils die guten Dinge. Bodenständiges, moralisch graues Quest-Writing. Eine düstere Welt, in der man herumstöbern möchte. Schwergewichtige Entscheidungen, bei denen die offensichtlich "heldenhafte" Option nicht immer die klügste ist. Dazu die Tag-Nacht-Dualität - ein Menschen-Loadout mit Schwert und Magie, das nach Einbruch der Dunkelheit zu schwerkraftverachtenden Vampirkräften wechselt - und man hat einen wirklich frischen Kampf-Hook über den vertrauten RPG-Knochen gelegt.

Das Zeitlimit ist der interessante Kniff. Dreißig Tage klingen knapp, aber es ist die Art sanften Drucks, die jede Nebenquest zu einer echten Entscheidung statt zu einem Listenpunkt machen könnte. Wenn Rebel Wolves das Pacing trifft, könnte genau das Dawnwalker von der Open-World-Masse abheben.

Und der Ballast

Die Kehrseite davon, seine Einflüsse so offen zu tragen, ist, dass die Nähte sichtbar werden. Die Struktur von The Witcher 3 zu übernehmen bedeutet auch, einige seiner veralteten Kanten zu übernehmen - klobige Fortbewegung, Reibung in den Menüs, die eine oder andere steife Animation. Erste Eindrücke deuten an, dass der Kampf vielversprechend, aber noch nicht messerscharf ist, und ein so ehrgeiziges Spiel steht und fällt damit, wie gut diese 30 Tage über einen kompletten Durchlauf hinweg zusammenhalten - nicht über einen kuratierten Vorschau-Ausschnitt.

Worauf PC-Spieler achten sollten

Für PC-Spieler sind die großen Fragen die üblichen: Wie gut skaliert es, und wie sauber ist der Launch? Ein Studio voller Witcher- und Cyberpunk-2077-Veteranen weiß genau, wie brutal ein holpriger PC-Release für den Ruf sein kann - Cyberpunks Launch ist eine dauerhafte Mahnung. Der Vorteil: Dies ist ein kleineres, fokussierteres Projekt als eine ausufernde Open World, was dem Team bessere Chancen geben sollte, etwas Stabiles abzuliefern.

The Blood of Dawnwalker entwickelt sich gerade deshalb zu einem der spannendsten RPGs am Horizont, weil es nicht vorgibt, das Rad neu zu erfinden. Es will ein schärferer, seltsamerer Witcher mit Zähnen sein. Ob diese Vision den Kontakt mit einer vollen Kampagne übersteht, ist die Frage - doch auf Basis eines frühen Anspielens gehört es definitiv auf den Radar.

Bild: Myrabella / CC BY-SA 3.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bran_Roumanie.jpg