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Bewertung

The Blood of Dawnwalker im Test: Ein Vampir-RPG mit echten Zähnen

Das Debüt von Rebel Wolves ist ein düsteres, ambitioniertes RPG, in dem eine 30-Tage-Frist und der Tag-Nacht-Wechsel jede Entscheidung schmerzhaft machen. Der Kampf bremst, doch das ist das Echte. Wertung: 8/10.

Luka Perić

Friday, September 4, 2026

The Blood of Dawnwalker im Test: Ein Vampir-RPG mit echten Zähnen

Ich bin mit Skepsis an The Blood of Dawnwalker herangegangen. "Ex-Witcher-Entwickler gründen neues Studio" ist die älteste Hype-Schablone der Branche und endet meist mit einer Kickstarter-Entschuldigung. Diesmal nicht. Das Debüt von Rebel Wolves, veröffentlicht von Bandai Namco und seit dem 3. September für PC, PS5 und Xbox Series X/S erhältlich, ist das selbstbewussteste Erstlingswerk eines neuen Studios, das ich seit Jahren gespielt habe.

Worum es geht

Ihr spielt Coen, einen Halbvampir in Vale Sangora, einem fiktiven Königreich des 14. Jahrhunderts in den Karpaten. Eine Seuche hat das Land verwüstet, der Vampirfürst Brencis hat die Macht übernommen, und eure Familie wurde zur Opferung verschleppt. Ihr habt 30 Spieltage, um sie zurückzuholen. Der Kniff, der alles trägt: Nur Story-Aktionen kosten Zeit. Erkunden, Plündern, das Streifen durch die wunderschönen Unreal-Engine-5-Hügel - alles gratis. Nehmt ihr aber eine Quest an, tickt die Uhr. Ich habe meinen ersten Abend damit verbracht, mich zu quälen, welcher Spur ich folge, und diese Spannung hat mich nie losgelassen. Wann hat euch zuletzt ein Open-World-RPG spüren lassen, dass eure Zeit zählt?

Tag und Nacht, Mensch und Monster

Der Tag-Nacht-Wechsel ist der zweite Geniestreich. Tagsüber ist Coen weitgehend Mensch: Ihr redet, ermittelt, findet gewaltfreie Lösungen. Nachts erwacht die Vampirseite - Wandklettern, Schattensprünge, Blutsaugen, Kräfte, die Schleichpassagen in Spielplätze verwandeln. Manche Quests verlaufen völlig anders, je nachdem, wann ihr auftaucht. Das ist kein Werbepunkt, das ist das Rückgrat des Spiels - und es hält.

Wo die Fangzähne stumpf werden

Der Kampf ist die Schwachstelle. Solides Dark-Fantasy-Schwertspiel, aber die Gegnervielfalt ist dünn, und ab Stunde zwanzig habe ich dieselben Konter gegen dieselben drei Archetypen abgespult. Die Konsolenfassungen kamen zudem mit Bugs - ich hatte einige kaputte Quest-Trigger und einen Absturz, andere Tester berichten dasselbe. Nichts, was Spielstände ruiniert, aber bei einem Vollpreistitel (70 Dollar, auch bei uns volle AAA-Preise) fällt das auf.

Fazit

The Blood of Dawnwalker ist das, was passiert, wenn Veteranen aufhören zu wiederholen und anfangen zu riskieren. Der Zeitdruck, die doppelte Identität, die fiesen kleinen moralischen Knoten, die das Writing immer wieder knüpft - das ist ein echtes RPG mit Ideen, keine Witcher-Coverband. Wenn Rebel Wolves im Nachfolger die Kampftiefe nachliefert, haben wir eine neue große Serie. Bis dahin haben wir ein sehr gutes, etwas kantiges Debüt, das ich jedem empfehle, der RPGs mit Konsequenzen vermisst.

Wertung: 8/10

Bild: Paul Colin Hennig firstdorsal.eu / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bran_Castle,_Transylvania_(2023).jpg