The Division Resurgence startet mit 46 Prozent auf Steam - die Maus verrät alles
Ubisofts zuerst für Mobile gebauter Looter-Shooter steht auf Steam bei "Ausgeglichen", mit rund 46 Prozent positiven Reviews. Die Kritik - Maussteuerung, Login-Fehler, eine Loot-Kurve fürs Handy - lässt sich nicht komplett wegpatchen.
Rene Sjeverac
Monday, August 10, 2026

Ein Mobile-Spiel kann ein gutes Spiel sein. Es kann sogar ein gutes PC-Spiel sein. Was es nicht kann: so tun, als wären ein Daumen auf Glas und eine Maus auf dem Pad dasselbe Eingabegerät. Genau in dieser Lücke wird The Division Resurgence gerade auf Steam auseinandergenommen.
Ubisofts Free-to-play-Ableger der Division-Reihe, zuerst für Smartphones gebaut, steht jetzt auf Steam und Ubisoft Connect - und liegt bei "Ausgeglichen", mit rund 46 Prozent positiven Nutzerreviews, während ich das schreibe. Für ein kostenloses Spiel mit einer derart bekannten Marke ist das hart. Free-to-play kauft dir auf Steam normalerweise etwas Wohlwollen, weil der Einstieg nichts kostet und Draufhauen auf etwas, wofür man nicht bezahlt hat, billig wirkt. Diese Schonfrist bekommt Resurgence nicht.
Die Kritik ist mechanisch, nicht Bauchgefühl
Wer die negativen Reviews liest, findet ein langweilig klares Muster - und für eine Diagnose ist das die beste Sorte: Login-Probleme, Maussteuerung, die sich falsch anfühlt, ein Interface für einen Bildschirm, den man in der Hand hält, und eine Loot-Kurve, die vor allem den Shop gut aussehen lässt.
Die Maus ist der Punkt, zu dem ich immer wieder zurückkomme. Ich habe ganze Abende damit verbracht, zwei Millisekunden Input-Lag zu jagen und darüber zu streiten, ob Raw Input wirklich raw ist - ich bin also das falsche Publikum für einen Shooter, bei dem Cursor und Fadenkreuz nicht am selben Nerv zu hängen scheinen. Mobile-Shooter sind um eine Zielhilfe herum gebaut, die leise die schwere Arbeit übernimmt. Hebt man dieses Design auf die Maus, kämpft entweder die Zielhilfe gegen einen, oder das Gunplay darunter entpuppt sich als dünner, als es auf einem Sechs-Zoll-Display aussah. Beides kommt schlecht an in einem Genre, in dem PC-Spieler ein Jahrzehnt Muskelgedächtnis zum Vergleich haben.
Interessant statt bloße Prügelei wird die Sache dadurch, dass der Port nicht einhellig verrissen wird. Teile der Berichterstattung nennen die PC-Fassung technisch solide, und ein Teil der Spieler landet bei "ist kostenlos, ist okay, erwartet halt kein neues Division 2". Beides kann stimmen. Dass ein Build sauber läuft, heißt nicht, dass das Spiel für die Plattform geformt ist, auf der es läuft.
Dazu kommt die Monetarisierung, die sich auf dem PC an einer brutalen Konkurrenz messen lassen muss. Warframe. Destiny 2. Division 2 selbst, das mit kompletter Kampagne im selben Shop steht. Wenn der Belohnungstropf für eine Mobile-Session in der Bahn getaktet ist und der Shop auf Impulskäufe, dann merken PC-Spieler, die in Drei-Stunden-Blöcken spielen, sehr genau den Abstand zwischen dem, was sie verdienen, und dem, was ihnen verkauft wird. Und sie schreiben es ins Reviewfeld.
Das lauteste Zitat von der Reviewseite - dass es echten Slop beleidige, das hier Slop zu nennen - ist witziger als nützlich. Lesenswert sind die lauwarmen Reviews, denn sie sagen Ubisoft, was tatsächlich zu retten ist. Login-Fehler lassen sich patchen. Maussteuerung lässt sich patchen. Eine Belohnungskurve, die einem die Lösung verkaufen soll, ist deutlich teurer zu ändern - denn das hieße, das Geschäftsmodell zu ändern, um das herum das Spiel gebaut wurde.
Bild: Ubisoft / Public domain, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tom_Clancy%27s_The_Division_2.png