Twisted Tower im Test: BioShock auf dem Rummelplatz, zum Budgetpreis
Der Willy-Wonka-trifft-BioShock-Shooter von Atmos Games bietet vier Stunden kreative Waffen und gruseligen Freizeitpark-Charme, gebremst von dünnen Gegnern und Story. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Wednesday, September 2, 2026

Hin und wieder erscheint ein Fünfzehn-Dollar-Spiel, das Shooter zum vierfachen Preis still blamiert. Twisted Tower von Atmos Games (dem Studio von Pinstripe- und Neversong-Schöpfer Thomas Brush) und Publisher 3D Realms landete am 18. August auf Steam - vorerst nur für PC - und ist der seltsamste Spaß, den ich dieses Jahr mit einem FPS hatte.
Worum es geht
Der Pitch lautet Willy Wonka trifft BioShock, und ausnahmsweise stimmt er. Ihr seid Vincent und erklimmt einen grotesken Freizeitpark-Turm aus den 1950ern, um eure Verlobte Charlotte dem Showman-Schurken Mr. Twister zu entreißen, der euch meist über alte TV-Aufnahmen verhöhnt. Der Turm selbst ist der Star: Jede Etage ist eine neue Attraktion, vom Märchenwald über ein Casino bis zum Meerjungfrauen-Palast - alles zuckersüße Bedrohung und Maskottchen-Lächeln, das einen Tick zu lange hält.
Wie es sich spielt
Das Gunplay ist wirklich stark. Das Arsenal lehnt sich an den Freizeitpark-Irrsinn an - eine Blasenkanone, eine Schrotflinte mit reichlich kindischem Namen, ein Marble Magnum, der für Kopftreffer Tickets ausspuckt - und Upgrade-Stationen schalten beim Aufstieg sekundäre Feuermodi frei. Auch die Bewegung wächst mit, vom Sliden über Doppelsprung bis zum Luft-Dash, und auf den letzten Etagen bewegt sich das Spiel wie ein echter Arena-Shooter. Die Kampagne dauert rund vier Stunden und streckt erfrischenderweise keine einzige davon.
Die Risse sind leicht zu erkennen. Es gibt nur eine Handvoll Gegnertypen, und ihr habt alle lange vor der obersten Etage gesehen. Die Geschichte bleibt hauchdünn - Fundnotizen und TV-Rauschen tragen die Last, und Charlotte wird nie mehr als eine Zielmarke. Zudem ist das Spiel aggressiv linear; Erkundung lohnt sich selten, und der Adventure-Plus-Modus mit Alternativrouten hat mich nicht zu einem zweiten Aufstieg verlockt.
Für wen ist es
Für BioShock-Fans, die das Gefühl einer Themenwelt vermissen, die sie hasst, und für alle, die einen kompakten Singleplayer-Shooter zum kleinen Preis wollen. Bei 14,99 Dollar (bei uns rund 15 Euro auf Steam) schreibt sich das Preis-Leistungs-Argument von selbst. Konsolenspieler müssen warten - eine PS5- oder Xbox-Version gibt es noch nicht.
Fazit
Twisted Tower ist eine kurze Fahrt mit ein paar leeren Waggons, aber die Fahrt selbst ist einfallsreich, selbstbewusst und exakt richtig bepreist. Ich bin grinsend ausgestiegen - und das ist mehr wert als ein längeres Spiel, das ich auf halber Strecke abgebrochen hätte.
Wertung: 7/10
Bild: Basile Morin / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Illuminated_Ferris_wheel_at_dusk_in_Vientiane,_Laos.jpg