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Ubisoft lässt Steam-Spieler endlich ohne Connect starten - vorerst nur bei einem Spiel

Ubisoft und Valve testen ein Steam-Tool, das Cross-Progression und Crossplay ohne den Ubisoft-Connect-Launcher ermöglicht. Den Anfang macht Prince of Persia: The Lost Crown. Gute Nachricht für PC-Spieler bei uns - mit Kleingedrucktem.

Jakov Mikelić

Friday, September 11, 2026

Ubisoft lässt Steam-Spieler endlich ohne Connect starten - vorerst nur bei einem Spiel

Wer sich schon einmal ein Assassin's Creed im Steam-Sale geschnappt hat, kennt das Ritual. Man klickt auf Spielen, Steam startet, dann springt ein zweiter Launcher auf, will einen Login, aktualisiert sich vielleicht noch schnell, und erst danach startet das Spiel, für das man eigentlich bezahlt hat. Auf dem Steam Deck nervt das noch mehr. Also ja, ich gebe es zu: Das ist eine der seltenen Ubisoft-Ankündigungen, die ich zweimal gelesen habe, um sicherzugehen, dass ich sie richtig verstanden habe.

Laut Ubisoft und Valve muss die Ubisoft-Connect-App für PC künftig nicht mehr parallel zu Ubisoft-Spielen auf Steam laufen. Stattdessen gibt es ein neues Tool namens Ubisoft Connect Services, das auf Steam-Seite arbeitet und das behält, wofür der Launcher angeblich überhaupt da war - Cross-Progression, Crossplay, Tools für die Spielersicherheit, Herausforderungen und Belohnungen -, nur eben ohne zusätzliches Fenster. Der Test beginnt mit Prince of Persia: The Lost Crown, und Ubisoft kündigt an, den Dienst schrittweise auf weitere Spiele im Steam-Katalog auszuweiten.

Jetzt das Kleingedruckte, denn das gibt es immer. Erstens: Es geht um ein einziges Spiel, und zwar um einen Titel von 2024, der schon eine Weile erhältlich ist - nicht Assassin's Creed, nicht Far Cry, nicht The Division. Welche Spiele als Nächstes folgen und wann, hat niemand gesagt, und ob ältere Titel die Änderung überhaupt bekommen, ist unklar. Zweitens: Die Online-Dienste verschwinden nicht. Nach bisherigen Berichten bleibt das Ubisoft-Konto Teil des Ganzen, es läuft nur unauffälliger im Hintergrund. Drittens lief schon die Ankündigung selbst holprig - sie verschwand nach der Veröffentlichung kurzzeitig wieder und wurde erst am nächsten Tag offiziell öffentlich gemacht. Zum Epic Games Store, wo Connect ebenfalls bei jedem Ubisoft-Spiel mitstartet, gab es keine Aussage.

Warum ist das bei uns relevant? Weil Steam in unserer Region praktisch gleichbedeutend mit dem PC-Shop schlechthin ist. Die meisten Leute, die ich kenne, haben ihr Ubisoft-Konto nicht aus freien Stücken - sie haben es, weil irgendein Spiel sie dazu gezwungen hat, meist vor Jahren, und die Hälfte kennt das Passwort nicht mehr. Jeder zusätzliche Launcher bedeutet einen weiteren Login, einen weiteren Hintergrundprozess auf einem älteren Laptop, eine weitere Fehlerquelle, wenn ein Update schiefgeht. Wer ein Ubisoft-Spiel für ein paar Euro im Sale gekauft hat, für den entscheidet genau diese Hürde oft darüber, ob er es wirklich spielt oder ob es in der Bibliothek verstaubt.

Es ist auch ein stilles Eingeständnis. Jahrelang hat Ubisoft betont, Connect sei ein wesentlicher Teil des Erlebnisses. Jetzt zeigt sich, dass die wesentlichen Teile problemlos in Steam leben können. Besser spät als nie - aber richtig feiern werde ich erst, wenn das bei den Spielen ankommt, die die Leute tatsächlich spielen, und nicht bei einem Metroidvania von 2024.

Bild: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gamescom_2009_-_Ubisoft_(5070).jpg