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Bewertung

Valheim 1.0 im Test: Immer noch brutal, jetzt fertig

Valheim verlässt den Early Access mit dem Deep North, dem schönsten Biom bisher, und erstmals mit Fassungen für PS5 und Switch 2. Das Bauen bleibt das beste im Genre, die Reibung ebenso - und teurer ist es jetzt auch. Wertung: 8/10.

Luka Perić

Thursday, September 10, 2026

Valheim 1.0 im Test: Immer noch brutal, jetzt fertig

Nach fünfeinhalb Jahren im Early Access - auf Steam startete das Spiel am 2. Februar 2021 - ist Valheim offiziell fertig. Die Version 1.0 von Iron Gate erschien am 9. September 2026, bringt mit dem Deep North das letzte geplante Biom und erscheint erstmals auch für PlayStation 5 und Nintendo Switch 2, zusätzlich zu PC (Windows, Mac, Linux) und Xbox. Publisher ist Coffee Stain Publishing. Ich habe in diesem Spiel mehr Abende versenkt, als ich zugeben möchte - die Frage ist also nicht, ob Valheim gut ist. Sondern, ob 1.0 der richtige Moment zum Einsteigen ist, zu einem höheren Preis.

Worum es geht

Ihr seid ein gefallener Wikingerkrieger, den die Walküren nach Valheim schicken, in die zehnte nordische Welt, um Odins alte Feinde zu jagen. In der Praxis heißt das: Bäume fällen, ein Langhaus bauen, das nicht undicht ist, ins Unbekannte segeln und die Forsaken besiegen - Bosse, deren Beute euch in die nächste Ausrüstungsstufe und ins nächste Biom bringt. Bis zu zehn Spieler teilen sich eine Welt.

Wie es sich 2026 spielt

Der Kern-Loop hat sich nicht verändert, und das muss er auch nicht. Das Bauen ist weiterhin das beste im Genre: Die Statik zwingt euch, wie ein Zimmermann zu denken, und eine Halle, die ihr mit Freunden hochzieht, fühlt sich wirklich nach eurer an. Der Kampf ist wuchtig und ausdauerbasiert - Blocken, Ausweichen, Parieren -, und eine gut getimte Parade fühlt sich immer noch großartig an. Mit dem Langschiff nachts durch einen Sturm zu segeln, bleibt einer der besten Momente im Survival-Genre.

Der Deep North

Iron Gate hat sich die schönste Aussicht offensichtlich bis zum Schluss aufgehoben. Tief verschneite Kiefernwälder, eine vereiste Küste, verlassene Dörfer voller Geister und ein Polarlicht, bei dem ich einfach stehen geblieben bin. Die neuen Inhalte bauen klug auf dem Bisherigen auf: Gammeltrolle versteinern, wenn sie sterben, und das benötigte Bloodgold steckt in ihren Überresten - geknackt wird es mit explosiven Ember Charges, nicht mit der Spitzhacke. Das Spiel erklärt das kaum, was typisch Valheim ist. Elche lassen sich zähmen und reiten, zwei neue Dungeon-Typen (Winding Tunnels und Gates of Mörkhalla) lockern die Erkundung auf, und die nordischen Waffen aus der neuen Frost Foundry sind die stärksten im Spiel. Mein Lieblingsdetail: Vor dem Bauen müsst ihr den schweren Schnee wegschaufeln. Scalewood-Bauteile und steilere Dächer erlauben endlich eine richtige nordische Halle.

Die Probleme

Der Deep North liegt am Ende eines sehr langen Weges, und dieser Weg führt weiterhin durch die Mistlands - für mich das Biom mit dem schlechtesten Pacing im Spiel: Nebel, Vertikalität und ein Material-Grind, der die Spielzeit künstlich streckt. Iron Gate hat fast jede Reibung beibehalten: Erz darf standardmäßig immer noch nicht durch Portale, und das Inventar-Jonglieren hört nie auf. Mit den Weltmodifikatoren könnt ihr Kämpfe entschärfen, Ressourcen beschleunigen oder Portale für alles freigeben - nutzt sie ohne schlechtes Gewissen. Andere Tester berichten zudem von gelegentlichen Framerate-Einbrüchen, vor allem im neuen Biom.

Dann ist da das Geld. Zum Launch stieg der Preis von 19,99 auf 29,99 US-Dollar, bei uns kostet Valheim auf Steam jetzt 29,99 €. Bestehende Besitzer bekommen 1.0 kostenlos. Crossplay funktioniert auf allen Plattformen, Cross-Save gibt es aber nur zwischen Xbox und der Microsoft-Store-Version auf dem PC - euer Steam-Charakter bleibt auf Steam, und jede Plattform ist ein eigener Kauf. Und nein, in den Game Pass kehrt es nicht zurück - dort ist es seit 2024 raus.

Für wen es ist

Für Gruppen von zwei bis vier Freunden mit Geduld und ein paar freien Wochenenden. Solo funktioniert es, ist aber einsamer und grindlastiger. Wer vor allem ein Survival-Spiel sucht, das seine Zeit respektiert, ist hier falsch.

Fazit

Valheim 1.0 ist die fertige, selbstbewusste Fassung eines der besten Survival-Spiele überhaupt, mit einem finalen Biom, das das Warten rechtfertigt. Es ist aber auch dasselbe sture Spiel von 2021, jetzt teurer, und der Weg zu seinen besten Inhalten ist lang und holprig.

Wertung: 8/10

Bild: TalkTuahLunchly / CC BY 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Viking_longship_from_The_Odyssey.jpg