Xbox in Europa bis zu 200 Euro teurer - die Series S kostet jetzt so viel wie die Series X zum Start
Microsofts europäische Preiserhöhung ist da: Die Series X mit Laufwerk kostet nun 799,99 Euro, die Series S startet bei 499,99 - dem einstigen Startpreis der Series X. Was der Speicherkrisen-Aufschlag für Spieler bei uns bedeutet.
Jakov Mikelić
Monday, August 3, 2026

Für 499,99 Euro bekam man einmal die stärkste Konsole, die Microsoft je gebaut hat. Seit dem 1. August bekommt man dafür eine Series S - die kleine weiße ohne Laufwerk.
Angekündigt hatte Microsoft die Preiserhöhung schon im Juni, nannte aber nur US-Zahlen und hielt die europäischen Preise bis zum Inkrafttreten unter Verschluss. Jetzt wissen wir, warum. Die Series S mit 512 GB wurde um 150 Euro teurer, alle 1-TB-Modelle um 200 Euro. Die neuen Preise: Series S 512 GB für 499,99 Euro, Series S 1 TB für 599,99 Euro, Series X Digital für 749,99 Euro und die Series X mit Laufwerk für 799,99 Euro. Eurogamer rechnet vor, dass Konsolen in Großbritannien nun 34 bis 49 Prozent mehr kosten als vor einem Monat.
Der offizielle Grund und das eigentliche Problem
Der offizielle Grund ist die Speicherkrise: Die Preise für DRAM und NAND sind wegen der Nachfrage der KI-Industrie explodiert, und Konsolen stecken voll von beidem. Geschenkt - dieselbe Knappheit treibt seit Monaten die Preise für RAM und SSDs, und jeder, der zuletzt einen PC zusammengebaut hat, hat es gespürt. Bemerkenswert ist Microsofts Antwort darauf: die kompletten Kosten an die Kundschaft weiterreichen, mitten in der Generation, bei fünf Jahre alter Hardware.
Damit bricht eine Regel, die jahrzehntelang galt - Konsolen wurden im Laufe einer Generation günstiger, nicht teurer. Die Series X kostet jetzt 300 Euro mehr als zum Start 2020.
In unserer Region schmerzt das mehr, als es Durchschnittswerte vermuten lassen. 800 Euro für eine Konsole sind hier ein anderes Gespräch als in München. Deshalb eine Prognose: Der Gebrauchtmarkt wird anziehen. Eine gebrauchte Series X ist über Nacht zu einem der klügeren Käufe auf Kleinanzeigenportalen geworden - und wer schon eine besitzt: Glückwunsch, die Konsole hat an Wert gewonnen, was Konsolen per Definition nicht tun sollten.
Die größere Frage ist, für wen diese Hardware überhaupt noch gedacht ist. Microsoft erzählt uns seit Jahren, Xbox sei eigentlich Game Pass auf jedem Bildschirm - Fernseher, Handheld, Cloud, PC. Bei 799,99 Euro wirkt die Konsole selbst langsam wie teures Merchandise für diese Strategie. Vielleicht ist genau das der Plan. Wer aber auf einen Preisnachlass gewartet hat: aufhören zu warten. In dieser Generation kennen die Preise nur eine Richtung.
Bild: Microsoft / Public domain, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:X_Xbox_Series_X_S_black.png