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Bewertung

End of Abyss im Test: Die Little-Nightmares-Veteranen werden erwachsen und greifen zur Schrotflinte

Section 9 Interactive, das Ex-Tarsier-Team aus Malmö, macht aus einer verlassenen Untergrundanlage ein spannendes Third-Person-Horror-Metroidvania für 29,99 EUR. Brillante Atmosphäre, nervtötende Karte. Wertung: 7/10.

Luka Perić

Sunday, October 4, 2026

End of Abyss im Test: Die Little-Nightmares-Veteranen werden erwachsen und greifen zur Schrotflinte

Jeden Herbst rutscht ein mittelgroßes Horrorspiel im Schatten der großen Releases durch und ist bis Weihnachten vergessen. End of Abyss ist der Kandidat dieses Jahres, und das wäre schade, denn für 29,99 EUR macht es einiges besser als Spiele zum doppelten Preis. Eine Sache macht es allerdings so schlecht, dass ich in Stunde neun fast aufgegeben hätte. Beide Hälften zählen.

Worum es geht

End of Abyss erschien am 1. Oktober 2026 für PS5, Xbox Series X|S und PC - am PC exklusiv im Epic Games Store, wer nur Steam nutzt, schaut vorerst in die Röhre. Es kostet 29,99 EUR, trägt PEGI 16 und stammt von Section 9 Interactive, einem kleinen Studio aus Malmö, gegründet von Veteranen von Tarsier, den Leuten hinter Little Nightmares. Ihr spielt Cel, eine junge Kampftechnikerin, die mit einem Team Störungen in einer Untergrundanlage untersuchen soll. Das Team hält nicht lange. Das frühere Personal der Anlage hat sich in etwas verwandelt, das kein Personal mehr ist, und das Spiel ist euer 13-stündiger Abstieg hindurch.

Wie es sich spielt

Das ist ein Third-Person-Actionspiel mit freiem 360-Grad-Zielen, aufgebaut wie ein Metroidvania. Die Pistole hat unendlich Munition und ist absichtlich schwach; der schrotflintenartige Blaster, Granaten und C4 sind knapp, und jeder aufgeladene Schuss ist ein Wagnis, weil ihr stillsteht, während etwas näher kommt. Es gibt eine Ausweichrolle, einen Greifhaken zur Fortbewegung, Leuchtfackeln für Räume, die unbedingt dunkel bleiben wollen, und einen Scanner, der die Umgebung nach Hinweisen und verborgenen Wegen absucht. Sichere Räume speichern den Fortschritt, heilen euch und erlauben Ausrüstungs-Upgrades und Waffenbau - und jedes Mal, wenn ihr rastet, kehren die Gegner zurück. Dark-Souls-Regeln, Horror-Tempo.

Das Hoch: der Ort

Die Anlage ist der Star. Section 9 versteht Maßstab so, wie Tarsier es tat: die winzige Cel vor riesigen, rostenden Maschinen, überfluteten Hallen, Korridoren, in denen die Fackel genau genug zeigt, dass man gehen möchte. Das Sounddesign ist zurückhaltend und fies. Die Kreaturen haben diese Little-Nightmares-Qualität, auf eine Weise falsch zu sein, die man nicht sofort benennen kann. Die Karte wächst tatsächlich noch, wenn man glaubt, das Layout zu kennen, und der Moment, in dem ein Greifhaken-Upgrade ein frühes Gebiet aus neuem Winkel öffnet, ist echte Metroidvania-Freude.

Das Tief: die Karte

Und dann der Kartenbildschirm. Die Navigation ist ehrlich schlecht - die Karte ist überladen, vertikale Ebenen verschwimmen, und Zielmarker sagen wo, aber nicht wie. Ich habe über die Kampagne weit mehr als eine Stunde verloren, indem ich ohne Heilgegenstände in die falsche Richtung durch wiedererschienene Gegner lief. In einem so angespannten Spiel zermürbt das auf die falsche Art. Knappe Heilung ist eine Designentscheidung, die ich respektiere; sich zu verlaufen nicht. Echte Schwierigkeitsoptionen gibt es außerdem nicht, was manche ausschließen wird.

Für wen es ist

Wer das Schießen in Returnal, die Art Direction von Little Nightmares und die Struktur von Metroid mochte und sich fragte, wie deren Nachwuchs aussieht - hier ist er. Wer Händchenhalten oder ein entspanntes Spiel für die Gruselsaison will, sollte passen. Für den Preis bekommen geduldige Spieler eine der atmosphärischsten Horrorwelten des Jahres.

Fazit

Ein Studio mit klarer Stimme und günstigem Ticket. Mit einer reparierten Karte wäre das eine leichte Empfehlung; so ist es ein Juwel mit Makel, das ich trotzdem gern gespielt habe.

Wertung: 7/10

Bild: saskialisette / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flooded_interior_of_abandoned_factory.jpg