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Bewertung

Over the Hill im Test: Langsame Wege, gute Freunde, wenig mehr

Das Studio hinter art of rally tauscht die Stoppuhr gegen die Seilwinde: ein entspannter Koop-Offroad-Trip mit klassischen Geländewagen. Wunderschön und beruhigend mit Freunden, allein etwas ziellos. Wertung: 7/10.

Luka Perić

Monday, October 19, 2026

Over the Hill im Test: Langsame Wege, gute Freunde, wenig mehr

Funselektor wurde mit *art of rally* bekannt, einer stilvollen Liebeserklärung an die Gruppe B. Over the Hill, seit dem 14. Oktober auf Steam erhältlich (Fassungen für PS5, Xbox Series X|S und Switch 2 sind für 2027 geplant), wirft die Stoppuhr komplett weg. Hier gibt es kein Rennen. Ihr fahrt mit einem klassischen Geländewagen in die Wildnis, allein oder mit bis zu drei Freunden, und versucht, irgendwo Schönes anzukommen, ohne die Kiste in einen See zu rollen. Über 1,2 Millionen Menschen haben es auf die Wunschliste gesetzt, die Demo lockte mehr als eine halbe Million Spieler an - das Interesse ist echt. Die Frage ist, ob hinter der Stimmung genug Spiel steckt.

Wie es sich spielt

Die Fahrzeuge sind Geländewagen aus den 1960ern bis 1980ern nachempfunden - kantig, schwer, herrlich unglamourös. Die Karten sind Biome nach realen Vorbildern: Wälder, Seeufer, Berge. Die Hindernisse sind der Inhalt. Ein steiler Felsanstieg, eine ausgespülte Furt, ein umgestürzter Baum - ihr löst sie mit Planken, einer Seilwinde an einem festen Ankerpunkt oder schlicht einer klügeren Linie. Dynamisches Wetter und ein Tag-Nacht-Wechsel verändern dieselbe Strecke: Der leichte Waldweg am Mittag wird bei Regen und Dunkelheit zur Rutschpartie.

Unterwegs findet ihr abgelegene Hütten und Händler für Upgrades, Lackierungen und Zubehör, Aussichtspunkte, Meteoriten zum Bergen und Portale zu neuen Gebieten. Dazu kommt eine Kamera, mit der ihr Wildtiere fotografiert und ein Kompendium füllt - ein schöner Vorwand, einfach anzuhalten und hinzuschauen.

Was gefällt

- Im Koop macht es Klick. Einer weist ein, einer fährt, einer spannt die Winde - aus einem matschigen Hügel wird ein kleiner Teamerfolg. - Die Low-Poly-Optik ist Funselektor in Bestform: klar, warm und toll in Bewegung. - Die Physik hat echtes Gewicht. Einen schweren Wagen mit gefühlvollem Gas den Hang hochzubringen, befriedigt auf leise Art. - Keine Timer, keine nennenswerten Fehlschläge. Es ist wirklich entspannend.

Was nervt

- Allein fällt die fehlende Struktur auf. Meteoriten und Fotos sammeln ist nett, aber wenig treibt einen voran. - Der Fortschritt ist überwiegend kosmetisch oder besteht aus kleinen Upgrades; ein tiefes Tuning wie in SnowRunner gibt es nicht. - Wer auf den Nervenkitzel von *art of rally* hofft, findet das Tempo fast zu gemächlich. - Konsolenspieler müssen bis 2027 warten.

Für wen ist es

Wer eine feste Runde aus zwei bis vier Freunden für entspannte Abende hat, kann bedenkenlos zugreifen. Wer allein spielt und Ziele braucht, ist nach ein paar Sessions vielleicht raus. Auf Steam kostet das Spiel 24,99 Euro (zum Zeitpunkt des Tests mit 20 Prozent Launch-Rabatt für 19,99 Euro). Bei uns lohnt sich der Kauf vor allem als Koop-Anschaffung: In der Gruppe ist das Spiel deutlich mehr wert denn als Solo-Zeitvertreib.

Fazit

*Over the Hill* ist ein wunderschöner Roadtrip ohne Druck, der am hellsten strahlt, wenn Freunde auf dem Beifahrersitz sitzen. Allein wirkt es wie eine traumhafte Sandbox auf der Suche nach einem Sinn.

Wertung: 7/10

Bild: ArildV / CC BY-SA 3.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Land_Rover_Series_II.jpg

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