Star Trek: Outposts Unknown im Test: Gemütliche Kolonie-Simulation in Sternenflotten-Farben
Star Trek: Outposts Unknown ist ein warmherziger, sehr trekkiger Außenposten-Bauer mit sympathischer Crew und solider Produktionskette, als Kolonie-Sim aber zu brav. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Tuesday, October 20, 2026

Star-Trek-Spiele setzen einen meist in den Kapitänssessel oder hinter einen Phaser. Star Trek: Outposts Unknown von Magic Fuel Games und Publisher Playstack macht etwas, das die Marke noch nie gemacht hat: Es drückt euch ein Baumenü in die Hand. Das Spiel erscheint heute, am 20. Oktober 2026, für PC via Steam zum Preis von 32,99 US-Dollar. Mac-Support ist für einen späteren Patch versprochen, weitere Plattformen sind nicht bestätigt.
Worum es geht
Ihr kommandiert die U.S.S. Resonant, die im 23. Jahrhundert - der Ära von Strange New Worlds - ins abgelegene X'Lehari-System geschickt wird, um einer Zivilisation vor der Katastrophe zu helfen. Die Bedrohung ist ein mysteriöser Tetryon-Riss, und eure Antwort ist durch und durch Sternenflotte: Forschungsaußenposten bauen, das Problem untersuchen und dabei die eigenen Leute am Leben halten. Die Geschichte ist eigenständig und kein Serien-Tie-in, was ich für die richtige Entscheidung halte.
Wie es sich spielt
Unter der Uniform steckt ein Kolonie-Aufbauspiel in Echtzeit mit Pause. Ihr errichtet Anlagen auf Planeten wie dem gemäßigten Daegus und dem vulkanisch-eisigen Kourou, versorgt sie mit Energie und arbeitet euch durch Technologie- und Baubäume. Das Herzstück ist die Produktionskette: Über 55 Materialien lassen sich erforschen, abbauen und herstellen, und sie zu einem funktionierenden Netz zu verknüpfen, ist richtig befriedigend. Crewmitglieder bekommen spezialisierte Rollen, Offiziere entwickeln ihre Fähigkeiten weiter, und Moral und Können werden geprüft, wenn etwas schiefgeht - was bei Star Trek natürlich regelmäßig passiert.
Das Beste ist der Ton. Probleme werden mit Wissenschaft gelöst, die Crew redet wie Sternenflotten-Offiziere statt wie Weltraum-Marines, und ein Außenposten, der mit einem Dutzend Spezialisten rund läuft, wirkt wie eine kleine, kompetente Föderation im Miniaturformat. Fans werden oft schmunzeln.
Die Schwächen
Als Kolonie-Simulation überrascht es selten. Wer RimWorld, Surviving Mars oder Oxygen Not Included gespielt hat, erkennt jedes System wieder, und keines geht so tief oder wird so wild. Die Story gibt Struktur, setzt das Spiel aber auch auf Schienen: Man baut eher auf den nächsten Handlungspunkt hin als auf eigene Ideen. Und 32,99 Dollar sind eher viel für eine bescheidene, wenn auch polierte Produktion - die Lizenz ist spürbar eingepreist.
Auch die Systemanforderungen sind nicht ohne: mindestens 16 GB RAM und eine GTX 1660, ältere Laptops sind also raus.
Für wen es ist
Star-Trek-Fans, die ruhige Management-Spiele mögen, sind das perfekte Publikum, und die deutsche Lokalisierung (eine von acht unterstützten Sprachen) hilft. Kolonie-Sim-Veteranen, denen die Lizenz egal ist, können auf einen Sale warten. Bei uns gibt es das Spiel vorerst nur für PC, Konsolenspieler gehen leer aus.
Fazit: ein warmherziger, gut gemachter und sehr trekkiger Außenposten-Bauer, der eher gemütlich als mutig ist. Gute Mission, sicherer Kurs.
Wertung: 7/10
Bild: FlugKerl2 / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NCC-1701_Prop.jpg



