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Bewertung

Stick It to the Stickman im Test: Der beste Arbeitstag, den du hassen wirst

Der Rogue-lite-Physik-Brawler von Free Lives verlässt den Early Access als herrlich blöde Konzernsatire. Günstig, chaotisch und schwer wegzulegen, in langen Sessions aber etwas eintönig. Wertung: 8/10.

Luka Perić

Thursday, October 1, 2026

Stick It to the Stickman im Test: Der beste Arbeitstag, den du hassen wirst

Jedes Jahr frisst ein kleines Spiel heimlich mehr meiner Abende als die großen Titel, die ich beruflich durchspielen muss. Dieses Jahr ist es Stick It to the Stickman, der Rogue-lite-Physik-Brawler von Free Lives (dem südafrikanischen Studio hinter Broforce) und Devolver Digital. Nach dem Early-Access-Start im August 2025 verbrachte das Spiel ein Jahr im Early Access, und Version 1.0 erschien am 23. September auf Steam für Windows und macOS.

Worum es geht

Du bist ein Strichmännchen-Angestellter ganz unten in einem zutiefst bösen Konzern, und der einzige Weg nach oben führt über deine Kollegen - wörtlich. Jeder Run ist eine Schicht eskalierender Gewalt gegen Horden roter Strichmännchen, unterbrochen von Beförderungen, Aktionärsforderungen und absurden Arbeitsaufträgen. Die Satire ist nicht subtil, aber treffend: Leistungsbeurteilungen, Outsourcing und "Shareholder Value" werden zu Spielmechaniken.

Wie es sich spielt

Im Kern steckt ein Physik-Brawler mit überraschend tiefem Build-System. Während eines Runs stellst du ein "Kampf-Portfolio" aus Waffen und Spezialmoves zusammen - Feuerbälle, Kettensägen, Katanas und noch viel Dümmeres - und levelst sie unterwegs auf. Weil alles auf Ragdoll-Physik basiert, läuft kein Kampf gleich ab. Einen Manager aus dem Fenster zu treten und zuzusehen, wie er drei Praktikanten mitreißt, wird einfach nie alt.

Frisch hält das Ganze die Abwechslung. Zwischen den Prügeleien gibt es Plattforming, Autobattler-Passagen, Lieferaufträge, Autodiebstahl und Freerunning, sodass ein Run selten in einen einzigen Rhythmus verfällt. Das 1.0-Update bringt zwei neue Modi (Neurolink und einen bewusst [REDACTED] Modus, der die Geschichte abschließt), zwei neue Archetypen im Modus Foreign Manufacturing - Ninja und Negotiator - sowie neue Passivfähigkeiten, Bosse und Levelabschnitte. Du kannst allein oder mit einem Freund spielen, und zu zweit wird es zur reinen Slapstick-Show.

Wo es hakt

In langen Sessions verschwimmen die Prügeleien. Hat man einen funktionierenden Build gefunden, fühlt sich der Anfang jedes Runs wie Einstempeln an. Die Physik entscheidet manchmal einen Kampf für dich - beim ersten Mal lustig, beim fünften nervig. Und der Humor ist zwar durchgehend gut, setzt aber oft genug auf dieselben Konzernwitze, dass man die Pointe ab Stunde zehn kommen sieht.

Preis und Gegenwert

Das Vollspiel kostet 11,99 US-Dollar und startete mit einem Rabatt von 50 %, der bis zum 1. Oktober lief. Selbst zum Vollpreis ist das bei uns neben den meisten 70-Euro-Titeln eine klare Sache.

Für wen es ist

Für Broforce-Fans, für alle, die Run-Strukturen à la Hades mögen, nur ohne Ernst, und für jeden, der je ein sinnloses Meeting abgesessen hat. Wer eine storylastige Erfahrung oder präzisen, berechenbaren Kampf sucht, wird vom Chaos ermüdet.

Fazit

Stick It to the Stickman ist ein günstiges, lautes und kluges kleines Spiel, das genau weiß, was es ist. Es wird dein Leben nicht verändern, aber deinen Dienstagabend deutlich besser machen.

Wertung: 8/10

Bild: Missionedit / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:TechnologyHub_2020_Office_Space_Cubicles.jpg