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Bewertung

Stupid Never Dies im Test: Herrliches Punk-Chaos, dünne Kämpfe

Das von SEGA mitveröffentlichte Debüt von GPTRACK50 macht aus einem verliebten Zombie einen Roguelite-Prügler mit Killer-Soundtrack und jeder Menge Stil - doch dem Kampfsystem gehen zu früh die Ideen aus. Wertung: 7/10.

Luka Perić

Friday, October 23, 2026

Stupid Never Dies im Test: Herrliches Punk-Chaos, dünne Kämpfe

Stupid Never Dies ist ein Debüt, dem ich die Daumen drücken will. GPTRACK50 ist ein brandneues Studio unter der Leitung langjähriger Capcom-Veteranen, SEGA ist Mitpublisher, und das Spiel weigert sich ganz offen, noch ein Remake oder noch ein Soulslike zu sein. Es ist am 21. Oktober für PS5 und PC (Steam) erschienen, trägt das Siegel Steam Deck Verified und kostet in der Standard-Edition 49,99 Euro. Dazu gibt es eine teurere Glorious Idiot Edition mit dem ersten DLC-Paket; die physische Version gibt es nur für PS5.

Eine herrlich dumme Prämisse

Ihr spielt Davy, einen Zombie, der in einer Tiefkühltruhe ein eingefrorenes Mädchen namens Julia findet und beschließt, sie zurückzuholen. Der Weg dorthin führt durch eine Einkaufszentrum-Toilette, die ihn in andere Dimensionen spült: das kaiserliche Rom im Schatten des Vesuvs, das mittelalterliche Europa, die Wikingerzeit, das Japan der Edo-Zeit und ein gotisches Finale. Das ist absurd im besten Suda51-Sinne - die Dialoge sind wirklich witzig, die Nebenfiguren bleiben hängen, und der Soundtrack aus Pop, Punk, Rock und Metal ist das Beste am ganzen Spiel. Optisch ist alles knallig, laut und selbstbewusst. Die ersten Stunden machen richtig Spaß.

Wie es sich spielt

Strukturell ist es ein Roguelite mit lockererer Leine als die meisten. Jede Dimension besteht aus Etagen, die nach unten hin härter werden, ganz unten wartet ein Boss, und nach einer bestimmten Zahl geschaffter Etagen dürft ihr aussteigen und eure Beute sichern. Ein kompletter Run bis zum Boss dauert etwa 10 bis 15 Minuten, was mir gefällt. Gekämpft wird mit leichten und schweren Angriffen, Kombos, Spezialattacken aus dem laufenden Run und dem Stupid Parry - einer getimten Parade, die bei falschem Timing zum Ausweichen wird. Beißen heilt, und wer einen Elite-Gegner beißt, übernimmt dessen Gestalt: Insgesamt gibt es 11 Stile, vom Zombie und Werwolf über Vampir und Zyklop bis zu Lich und Dämon. Wer stirbt, verliert ungesicherte Beute, die gesammelte Erfahrung fließt aber in dauerhaften Fortschritt, und im Hub werden Fähigkeiten, Ausrüstung und Mods verbessert, während nach und nach neue Läden und Figuren freigeschaltet werden.

Wo es bröckelt

Es gibt keine eigene Ausweichrolle und kein Lock-on, und in einem so hektischen Spiel tut das weh. Volle Räume werden zum Fuchteln auf das falsche Ziel, während euch etwas von außerhalb des Bildes erwischt; die Mischung aus Parade und Ausweichen ist clever, aber kein Ersatz. Nach ein paar Stunden verschwimmen die Etagen, und ich bin immer wieder bei denselben zwei, drei Formen gelandet, weil sich die meisten anderen eher wie Seitwärtsschritte anfühlten als wie neue Spielweisen. Die Systeme stapeln sich schneller, als sie in die Tiefe gehen. Vor allem ein fliegender Boss ist mehr lästige Pflicht als Herausforderung.

Auf der PS5 läuft es sauber: Der Performance-Modus zielt auf 60 fps bei leicht reduzierter Auflösung, der Grafikmodus auf 30 fps, und beide halten, was sie versprechen.

Für wen ist es?

Wer eine Hades-artige Schleife sucht, die lauter, alberner und mehr Stimmung als Build-Basteln ist, wird hier glücklich. Wer im Roguelite vor allem Kampftiefe sucht, ist den Reiz lange vor dem Abspann los. Mit 49,99 Euro ist es auch bei uns ein Vollpreistitel - wenn euch der Trailer gepackt hat, greift zu, ansonsten ist ein Sale der ideale Zeitpunkt.

Fazit

Stupid Never Dies hat mehr Persönlichkeit als die meisten großen Releases dieses Jahres zusammen, und eine Fortsetzung von GPTRACK50 würde ich sofort spielen. Aber Stil trägt repetitive Kämpfe nur bis zu einem gewissen Punkt - ein sehr gutes Debütalbum mit zu vielen Füllertracks.

Wertung: 7/10

Bild: Sergey Galyonkin / CC BY-SA 2.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Playstation_Dualsense_controller.jpg

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