Demons' Night Fever im Test: Herrlich böse, aber oft zäh
Die ersten Kritiken zu Sohei Niikawas Opfer-Taktik-RPG sind sich einig: eine herrlich böse, originelle Idee mit polarisierendem Humor, einem Schwierigkeitssprung in Kapitel drei und Kämpfen, die zäh werden können. Famitsu 29/40, Final Weapon 3,5/5. Wertung: 7/10 (auf Basis veröffentlichter Tests).
Luka Perić
Friday, October 23, 2026

Gleich vorweg: Ich habe Demons' Night Fever noch nicht selbst gespielt. Dieser Test stützt sich auf die ersten veröffentlichten Kritiken - Final Weapon (Alex Patterson, PC-Version) und das Vier-Redakteure-Panel der Famitsu - und die Wertung am Ende spiegelt deren Ergebnisse wider, nicht eigene Spielstunden.
Was ist das?
Demons' Night Fever ist das erste Strategie-RPG von SuperNiche, dem Studio von Disgaea-Schöpfer Sohei Niikawa, entwickelt von Drecom und veröffentlicht von Arc System Works. Es erschien am 22. Oktober für PS5, Nintendo Switch und PC (Steam) für 39,99 US-Dollar. Sprachausgabe gibt es auf Englisch oder Japanisch, Untertitel auf Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch. Deutsche Texte fehlen.
Ihr spielt Killshiro Katanaka, einen Misanthropen, der in ein Videospiel gezogen wird, das die Dämonenkatze Giga Super Deathums als Wiederbelebungsritual gebaut hat. Der Kniff heißt Peon Exploitation System: Eure Untergebenen sind keine Armee, die ihr beschützt, sondern Ressourcen, die ihr verbraucht - ihr opfert und sprengt die eigenen Lakaien, um zu gewinnen.
Was die Kritik lobt
Beide Tests heben das Opfersystem als Hauptgrund hervor. Die Famitsu-Redakteure nannten die Kämpfe mit Einheitenopfern einzigartig und taktisch tief, mit echtem Nervenkitzel, wenn man durch Selbstzerstörung gewinnt. Final Weapon fand darin echte Katharsis und argumentiert, dass die begrenzte Kontrolle über die Einheiten zur bösen Prämisse passt. Lob gibt es auch für den Cartoon-Stil und den Soundtrack - laut Final Weapon kaschiert der kräftige Stil das Budget gut -, und die absurde Story hielt den Tester ebenso bei der Stange wie das Kampfsystem.
Wo es hakt
Die Kritikpunkte decken sich ebenso. Final Weapon beschreibt leichte frühe Kapitel und dann einen Schwierigkeitssprung in Kapitel drei, der Killshiros Spielweise verändert, statt auf ihr aufzubauen; später drängt das Spiel euch zu einer Figur mit weniger spaßigem Werkzeugkasten. Derselbe Test nennt die Synchro hölzern, mit seltsamen Betonungen und Zeilen, die wie im ersten Take klingen. Das Famitsu-Panel warnt, dass Kämpfe eher mühsam als taktisch wirken können und die taktische Vielfalt nur mäßig ist. Beide nennen den Humor polarisierend - Famitsu spricht von einem "cringey" Stil, Final Weapon davon, dass manche ihn nervig finden werden.
Für wen ist es?
Nach diesem Bild: für Disgaea-Fans, die Niikawas fiese Ader vermissen, und Taktikfans, die etwas wirklich Schräges suchen. Wer den Humor der Trailer schon anstrengend fand, dem wird laut den Tests das Gameplay allein nicht reichen. Da die Gags der Hauptreiz sind und es bei uns keine deutschen Texte gibt, braucht ihr solides Englisch.
Fazit
Die Tests zeichnen ein stimmiges Bild: eine der originellsten Ideen im Genre dieses Jahres, verpackt in eine bescheidene Produktion mit ungleichmäßigem Tempo. Final Weapons 3,5/5 und Famitsus 29/40 landen beide bei rund 7, und ohne eigenen Durchlauf sehe ich keinen Grund, höher oder tiefer zu gehen. Ich aktualisiere den Text, sobald ich ausgiebig gespielt habe.
Wertung: 7/10 (auf Basis veröffentlichter Tests)
Bild: Evan-Amos / Public domain, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nintendo-Switch-Console-Docked-wJoyConRB.jpg



