Tape to Tape im Test: Das Hockeyspiel, in dem man den Schiri besticht
Nach dreieinhalb Jahren Early Access erreicht das Roguelite-Hockeyspiel von Excellent Rectangle Version 1.0 - mit neuer Kampagne, klügeren Goalies und Couch-Koop-Chaos. Günstig, laut und richtig gut, nur Online-Modus gibt es keinen. Wertung: 8/10.
Luka Perić
Tuesday, October 27, 2026

Sportspiele und Roguelites sollten eigentlich nicht so gut zusammenpassen. Tape to Tape - das Arcade-Hockey-Roguelite von Excellent Rectangle - startete im Mai 2023 in den Early Access und erschien am 23. Oktober 2026 als Version 1.0 für PC, PS5, Xbox Series X|S und Switch. Die großen Seiten zucken bei so etwas mit den Schultern. Ein Fehler.
Worum geht es?
Ihr führt ein zusammengewürfeltes Team über eine Karte voller Partien, heuert einzigartige Spieler an, sucht Synergien, wählt Fähigkeiten und sammelt unterwegs Relikte. Zwischen den Spielen geht es zum Blade Master für Upgrades - oder, wenn es düster aussieht, ihr besticht einfach den Schiedsrichter. Auch die Gegner sind nicht gerade NHL: Rivalen mit eigenen schrägen Regeln, von Golfern bis zur unfair spielenden Prinzessin. Eine Simulation ist das nicht, sondern eine Eishockey-Keilerei mit dem Kopf eines Deckbuilders.
So spielt es sich
Auf dem Eis ist es schnell und körperlich: Pässe sitzen, Checks krachen befriedigend, und ein sauberer Direktschuss fühlt sich so gut an wie in jedem "echten" Hockeyspiel. Mit 1.0 wurden die Goalies überarbeitet, die sich jetzt deutlich besser positionieren und verteidigen, und die KI greift insgesamt zielstrebiger an und verteidigt klüger. Das ist wichtig - im Early Access ließ sich vieles mit demselben Spielzug abfarmen, die Vollversion zwingt euch, euren Kader wirklich zu nutzen.
Die Roguelite-Ebene ist der Haken, an dem man hängen bleibt. Ein Run mit den richtigen Spielern und Fähigkeiten schaukelt sich zu etwas herrlich Kaputtem hoch; ein schlechter zwingt zum Improvisieren. Herausforderungen schalten neue Spieler, Boni und Relikte frei, sodass auch gescheiterte Runs voranbringen.
Stärken
- Spielt sich zuerst als Hockey, dann als Roguelite. - Neu aufgebaute Kampagne mit echter Abwechslung bei Gegnern und Regeln. - Lokaler Splitscreen-Koop und Versus, dazu ein Play-Now-Modus für bis zu 10 Spieler an einem Bildschirm - ein verkapptes Partyspiel. - Der Preis: 19,50 Euro auf Steam, bis 30. Oktober mit 10 Prozent Launch-Rabatt.
Schwächen
Einen nativen Online-Multiplayer gibt es nicht, Punkt. Auf dem PC hilft Steam Remote Play Together, aber 2026 wird das viele abschrecken. Die Präsentation ist für 1.0 aufgehübscht, bleibt aber klar Indie - charmant statt poliert. Und wer Zufall hasst, wird manche Runs schon an den Angeboten der ersten Stationen scheitern sehen.
Für wen?
Für alle mit Couch, zweitem Controller und Freunden, die glauben, keine Sportspiele zu mögen. Für Roguelite-Fans, die mal etwas anderes als einen Dungeon wollen. Für Hockey-Fans, die von jährlichen Lizenztiteln müde sind. Bei uns gibt es eine deutsche Lokalisierung, die Textmenge ist ohnehin überschaubar.
Fazit
Tape to Tape war lange im Early Access, und das merkt man im besten Sinne: Die 1.0 wirkt ausbalanciert, großzügig und selbstbewusst. Der fehlende Online-Modus ist eine echte Lücke, aber für den Preis ist das eines der besten Angebote des Monats.
Wertung: 8/10
Bild: Kenneth C. Zirkel / CC BY 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hart_Center_Holy_Cross_ice_hockey_rink.jpg



