Trails in the Sky 2nd Chapter im Test: Die Auflösung ist 80 Stunden wert
Falcoms Remake des zweiten Sky-Kapitels macht aus einer der besten Geschichten des Genres ein modernes JRPG mit cleverem Hybrid-Kampfsystem. Nur überlange Dungeons und die Pflicht, den Vorgänger zu kennen, bremsen es. Wertung: 9/10.
Luka Perić
Friday, September 18, 2026

Letztes Jahr habe ich das Remake des ersten Kapitels mit einem Cliffhanger beendet, der mich ehrlich geärgert hat. Trails in the Sky 2nd Chapter ist die Antwort darauf: ein vollständiges Remake der Fortsetzung von 2006 aus dem Hause Nihon Falcom, im Westen von GungHo veröffentlicht und seit dem 17. September für PS5, Switch, Switch 2 und PC (Steam) erhältlich. Der Preis liegt bei 59,99 US-Dollar, die Switch 2 Edition kostet 64,99, und wer die Switch-Fassung besitzt, kann für 4,99 Dollar upgraden.
Was es ist
Eine direkte Fortsetzung. Estelle Bright macht genau dort weiter, wo das erste Spiel sie zurückgelassen hat, und die Geschichte setzt voraus, dass man jeden Namen, jede Stadt und jede alte Rechnung im Königreich Liberl kennt. Ohne Vorwissen sollte man hier nicht einsteigen. Wer den Vorgänger gespielt hat, erlebt, wie sich der lange Anlauf endlich auszahlt: Die Schurken bekommen Gesichter, die gemütliche Reise bekommt Fallhöhe, und Estelle wird zu einer der am besten geschriebenen Hauptfiguren des Genres.
Wie es sich spielt
Das Hybrid-Kampfsystem des ersten Remakes kehrt zurück. Man prügelt Gegner in Echtzeit auf der Karte und wechselt in rundenbasierte Kommando-Kämpfe, sobald ein Gefecht wirklich Überlegung verdient. Schwache Gegner fallen in Sekunden, Bosse verlangen einen Plan - die respektvollste Lösung für JRPG-Grind, die ich kenne. Neu sind die Brave-Rush-Teamangriffe, zusätzliche Crafts und Arts sowie ein auf sieben Slots erweitertes Orbment-System, das echten Spielraum für Builds lässt. Auch die Balance ist besser; das erste Remake war zu lange zu leicht, dieses zeigt früher Zähne.
Die Stärken
- Das Skript. Selbst NPCs ändern nach jedem Story-Ereignis ihre Dialoge, und das fühlt sich noch immer wie ein kleines Wunder an. - Die englische Sprecherriege ist hervorragend, japanischer Ton ist ebenfalls dabei. - Präsentation: farbenfroh, sauber und flüssig. Auf der Switch 2 wählt man im Dock zwischen einem 4K/30-Grafikmodus und einem 1080p/60-Performance-Modus - ich nehme immer die 60. - Komfortfunktionen wie das bessere Quest-Tracking sorgen dafür, dass man deutlich weniger Nebenaufgaben verpasst als im Original.
Die Schwächen
- Die Dungeons sind zu lang. Mehrere späte Abschnitte bestehen aus Gang um Gang mit denselben Kacheln; Falcom blieb dem Layout von 2006 zu treu. Ein mutigerer Schnitt hätte gutgetan. - Mit rund 80 Stunden verlangt das Spiel viel, und der erste Akt führt durch Regionen, die man schon im Vorgänger abgelaufen ist. - Der Einstiegspreis sind eigentlich zwei Spiele. Bei uns ist das viel Geld für eine einzige Geschichte, daher sollten Neulinge das erste Kapitel im Sale mitnehmen und schauen, ob es zündet.
Für wen es ist
Für alle, die das erste Kapitel beendet haben - für euch ist das Pflicht. Geduldige JRPG-Fans, denen Figuren und Welt wichtiger sind als Spektakel, fangen bei Teil eins an und kommen danach hierher. Wer ein knackiges 20-Stunden-Abenteuer sucht, ist hier falsch; Kürze interessiert dieses Spiel nicht.
Fazit
So macht man ein Remake eines Klassikers: Das Herz bleibt, die Hände werden modernisiert. Der Kampf ist klüger, die Geschichte trifft härter als fast alles, was dieses Jahr erschienen ist, und nur die aufgeblähten Dungeons und die schiere Länge halten mich von einer höheren Note ab. Eines der besten RPGs 2026 - mit Hausaufgaben.
Wertung: 9/10
Bild: Crisco 1492 / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nintendo_Switch_2_in_Docking_Console.jpg