Warcraft 3 bekommt nach 23 Jahren eine neue Kampagne - mich interessiert aber vor allem die '24-Einheiten-Auswahl' im Patch
Forsaken Kingdom ist die erste offizielle Warcraft-III-Kampagne seit The Frozen Throne, und neue DLCs für alte RTS-Spiele ergeben Sinn. Rene meint: Das kostenlose Update daneben ist genauso wichtig.
Rene Sjeverac
Sunday, September 27, 2026

Zwölf. Seit über zwei Jahrzehnten steckt diese Zahl in den Händen jedes Warcraft-III-Spielers. Zwölf Einheiten pro Kontrollgruppe, ohne Ausnahme, und eine ganze Kultur aus Hotkey-Akrobatik drumherum. Als Blizzards kostenloses Reforged-Update neben der neuen Kampagne mit einer 24-Einheiten-Gruppenauswahl in den Patchnotes erschien, ging es in meiner ersten Reaktion deshalb nicht um Arthas. Es ging um meine linke Hand.
Kurz für alle, die die BlizzCon am 12. September verpasst haben: Warcraft III: Reforged hat Forsaken Kingdom bekommen, die erste offizielle Einzelspielerkampagne seit The Frozen Throne von 2003. Es ist ein kostenpflichtiger DLC (zum Start in den USA für 29,99 US-Dollar gelistet), setzt Reforged voraus und verspricht über 30 Stunden rund um den Fall von Lordaeron und die Entstehung der Verlassenen. Dazu kam ein kostenloses Update mit einem neuen Grafikmodus, der den Look wieder näher an die ursprüngliche Art Direction rückt, dem höheren Auswahllimit und weiteren Verbesserungen am World Editor.
PC Gamer findet, dass das zur Normalität werden sollte - neue Inhalte für alte RTS-Spiele, so wie Age of Empires II: Definitive Edition noch Jahre nach dem Relaunch Erweiterungen bekommt. Da bin ich voll dabei, und nicht nur aus Nostalgie. Ein RTS lebt oder stirbt mit seiner Community, und eine Community braucht Gründe, das Spiel neu zu installieren. AoE2 hat gezeigt, dass regelmäßige DLCs plus eine gesunde Ranked-Ladder ein Spiel von 1999 in der Spitze des kompetitiven Strategie-Genres halten. Warcraft III hat seit Jahren eine treue Szene - Leute, die Ladder grinden, Community-Turniere, Profis, die nie gegangen sind -, aber selten ein Blizzard, das in dieselbe Richtung zieht.
Genau deshalb sind mir die unspektakulären Dinge im Gratis-Patch wichtiger als Zwischensequenzen. Reforged erschien 2020 als eines der am schlechtesten aufgenommenen Remaster im PC-Gaming, und der Schaden war vor allem technischer und struktureller Natur, nicht erzählerischer. Ein Grafikmodus, der die ursprüngliche Lesbarkeit respektiert, ist ein echter Fix, denn klare Silhouetten zählen, wenn man einen Kampf auf einen Blick micro-managen muss. Die World-Editor-Verbesserungen zählen, weil Custom Maps der Grund sind, warum die Hälfte von uns dieses Spiel überhaupt gespielt hat.
Spannend ist das 24-Einheiten-Limit. In der Kampagne ist es reiner Komfort. Sollte es aber im kompetitiven Spiel zum Standard werden, verändert es, wie sich mechanisches Können zeigt: weniger Gruppen zu jonglieren, leichtere Armeekontrolle, eine niedrigere Decke für Spieler, die sich ihren Ruf mit Splitting und Hotkey-Tempo aufgebaut haben. Die Berichte zu Blizzards Ankündigung erklären nicht, wie sich die Änderung auf die Ladder auswirkt, also tue ich nicht so, als wüsste ich es. Aber genau diese Diskussion sollte die kompetitive Szene führen, und zwar laut, bevor jemand anderes für sie entscheidet.
Also ja, neue DLCs für alte RTS-Spiele sollten normal werden. Nur sollte man nicht vergessen: Die Kampagne bringt die Leute zur Neuinstallation, der Patch entscheidet, ob sie bleiben.
Bild: instaSHINOBI / CC BY 2.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Warcraft_2v2_PVP_match_BlizzCon_2010.jpg