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Bewertung

Control Resonant im Test: Remedy tauscht Pistole gegen Axt und gewinnt meistens

Remedys Control-Nachfolger zieht vom Oldest House nach Manhattan und ersetzt Schusswechsel durch eine formwandelnde Nahkampfwaffe. Das Kampfsystem ist Remedys bestes, die Nebeninhalte nicht. Wertung: 8/10.

Luka Perić

Friday, September 25, 2026

Control Resonant im Test: Remedy tauscht Pistole gegen Axt und gewinnt meistens

Control Resonant ist die Art Fortsetzung, die Fans auf dem Papier nervös macht. Jesse Faden tritt zur Seite, ihr Bruder Dylan übernimmt, das klaustrophobische Oldest House öffnet sich zu einem vom Hiss befallenen Manhattan, und die Service Weapon - das Herz des Originals von 2019 - weicht einer Nahkampfwaffe. Nach den Launch-Tagen mit dem Spiel kann ich sagen: Remedy gelingt das größtenteils. Größtenteils.

Worum es geht

Sieben Jahre nach Control wird Dylan von Jesse geweckt und in den Kampf gegen den Hiss und ein realitätsverbiegendes Phänomen namens Patterning geschickt, während er gleichzeitig nach seiner Schwester sucht. Es ist ein Third-Person-Action-RPG auf Remedys Northlight-Engine, mit Werten, mehreren Talentbäumen, herstellbaren Artefakten und deutlich mehr Loot-Denken als im ersten Teil. Remedy spricht von großen, eigenständigen Zonen statt einer offenen Welt, in der Praxis spielt es sich aber wie eine kompakte Open World mit regionalen Bossen und sich erneuernden Aufgaben.

Der Aberrant ist der Star

Dylans Waffe, der Aberrant, wechselt die Form - Axt, Tonfas und Glefe als Primärformen, dazu Peitsche, Bohrer und Hammer als Sekundärformen. Kombiniert mit Statuseffekten wie Falter, Brennen und Infektion sowie Kräften wie Barrage, Shield und Summon bekommen Kämpfe einen Rhythmus, den das Original nie hatte. Wenn ein Raum in schwebenden Beton zerfällt, während man einen Glefenschwung in einen Hammerschlag übergehen lässt, ist das Remedy in Bestform. Auch die schwerkraftbiegende Fortbewegung im mittleren und späten Spiel macht richtig Spaß.

Wo es hakt

Die offene Struktur bringt das übliche Gepäck mit. Nebenaufgaben wiederholen sich schnell, manche Gebiete existieren vor allem zur Beschäftigung, und das frühe Spiel bestraft einen hart, wenn man in eine Zone mit zu niedrigem Level stolpert. Die Geschichte ist dicht und lore-lastig; wer Control und AWE ausgelassen hat, fühlt sich in den ersten Stunden verloren. Und obwohl Dylans Erlösungsgeschichte funktioniert, habe ich die engen, seltsamen, handgebauten Korridore des Oldest House vermisst. Mehr Raum bedeutete nicht immer mehr Weirdness.

Preis und Plattformen

Das Spiel ist digital für PS5, Xbox Series X/S und PC erhältlich (Steam: 59,99 Euro Standard, 69,99 Euro Digital Deluxe), physische Konsolenversionen folgen am 15. Oktober, eine macOS-Version später in diesem Jahr. Der 48-Stunden-Frühzugang der Deluxe Edition für PlayStation ist seit dem Launch wertlos, also kauft sie wegen der Extras oder gar nicht. Bei uns erfreulich: Deutsch ist als Sprache an Bord.

Für wen es ist

Wer Controls Atmosphäre geliebt und sich wuchtigere Kämpfe gewünscht hat, ist hier richtig. Wer ein kompaktes 15-Stunden-Mysterium will, muss sich durch einiges an Füllmaterial graben.

Fazit: Control Resonant bietet das beste Kampfgefühl, das Remedy je gebaut hat, verpackt in eine offene Struktur, die größer ist als nötig. Mutig, klug und stellenweise aufgebläht - eine starke Fortsetzung, aber kein Meisterwerk.

Wertung: 8/10

Bild: King of Hearts / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Midtown_Manhattan_from_Weehawken_September_2021_HDR.jpg