EA Sports FC 27 im Test: Besserer Fußball, derselbe alte Shop
FC 27 verlangt endlich, dass man selbst verteidigt, und das tut dem Spiel gut. The Grounds ist ein dünner neuer Hub, FUT so gierig wie immer. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Saturday, September 26, 2026

Jeden September nehme ich mir vor, diesen Jahrgang auszulassen, und jeden September spiele ich bis zwei Uhr nachts. EA Sports FC 27 ist seit dem 25. September weltweit erhältlich (Besitzer der Ultimate Edition spielen seit dem 18.) - auf PS5, Xbox Series X|S, PC und Switch 2, in abgespeckter Form auch auf PS4, Xbox One und der ersten Switch. Die Standard Edition kostet 69,99 US-Dollar, die Ultimate Edition 99,99 - also Vollpreis wie immer. Die Euro-Preise schwanken je nach Händler, ein Vergleich lohnt sich bei uns.
Die Frage ist dieselbe wie jedes Jahr: Gibt es genug Neues, um dasselbe Spiel noch einmal zu kaufen? Diesmal lautet die Antwort eher Ja als sonst.
Auf dem Platz: Endlich zählen die eigenen Hände
Die größte Änderung spürt man nach zehn Minuten. EA hat die Automatisierung zurückgefahren. KI-Mitspieler verteidigen nicht mehr heimlich für dich - in der kompetitiven Einstellung von Ultimate Team wurde die CPU-unterstützte Abwehr abgeschwächt, man muss selbst den richtigen Spieler wählen und eingreifen. Tacklings haben mehr Wucht und weniger vorgefertigte Animationen, ein Zweikampf Schulter an Schulter sieht endlich so aus. Steilpässe verlangen genaues Zielen, und Mitspieler laufen neue gebogene Wege, die sie aus dem Abseits halten.
Das Ergebnis ist Fußball, der geduldigen Spielaufbau belohnt. Torhüter sind bei Ecken etwas unsicherer, Flanken sind also wieder eine echte Waffe. Das gefällt mir. Was mir nicht gefällt: Der Spielerwechsel spielt im Strafraumgewühl weiterhin verrückt, KI-Mitspieler treffen ab und zu völlig unverständliche Entscheidungen, und in FUT geht es so hin und her, dass ein 5:4 normal wirkt.
Karrieremodus: kleine, kluge Änderungen
Trainingspläne sind verschwunden, ersetzt durch ein dynamisches Wertungssystem, das Form, Fitness und Moral abbildet. Transfers laufen jetzt über eine Handy-artige Oberfläche mit einer Spannungsanzeige während der Verhandlungen, Vereine lehnen realistischer ab, und es gibt zufällige Ereignisse - etwa wenn plötzlich ein Spieler des Rivalen verfügbar wird. Der unterhaltsamste Karrieremodus seit Jahren, auch wenn das Rivalitätssystem dünn ist und die Transferlogik der KI gelegentlich wackelt.
The Grounds: eine Lobby, die sich als Modus ausgibt
Das Aushängeschild ist The Grounds, ein kleiner Open-World-Hub (nur PS5, Xbox Series, PC und Switch 2) mit drei Vierteln, inspiriert von der Fußballkultur in Großbritannien, Frankreich und Argentinien. Man erstellt einen Avatar und spielt Straßenkicks von 1 gegen 1 bis 4 gegen 4, Rush, Clubs und Minispiele wie Balloon Ball und Bucketball. Alex Hunter ist zurück - allerdings nur als Führer, nicht in einer neuen Story-Kampagne. Für einen Abend mit Freunden nett, aber derzeit vor allem ein hübsches Menü mit Kosmetik-Shops an jeder Ecke.
Ultimate Team: großzügig am Anfang, dann das Übliche
FUT startet mit mehr Münzen und handelbaren Gegenständen, und die neue Galerie - thematische Kartensets, die man mit Spielern des eigenen Klubs füllt - gibt alten Karten einen Sinn. Doch an der Struktur ändert sich nichts: Der schnellste Weg zum Top-Team führt weiterhin über den Geldbeutel.
Für wen ist es?
Wer FC 26 ausgelassen hat, kann dieses Jahr gut wieder einsteigen - die Änderungen auf dem Platz sind echt. Wer nur FUT spielt, weiß, worauf er sich einlässt. Wer den Karrieremodus liebt, bekommt diesmal wirklich mehr.
Fazit: Das am besten spielbare EA-Fußballspiel seit Langem, verpackt in dieselbe aggressive Monetarisierung und einen neuen Modus, der noch nicht fertig ist.
Wertung: 7/10
Bild: Sport Lisboa e Benfica / CC BY 3.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arthur_Cabral,_atacante_do_Benfica,_em_promo%C3%A7%C3%A3o_ao_EAFC_24.jpg