Escape Academy 2 im Test: Brillante Rätsel, ermüdender Campus
Coin Crews Open-World-Fortsetzung hat die besten Rätsel der Reihe, doch der Campus dazwischen ist zäh und die Launch-Version ruckelt. Am besten im Game Pass oder mit Koop-Partner. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Saturday, November 7, 2026

Das erste Escape Academy war eine saubere Idee, sauber umgesetzt: eine Schule für Ausbruchskünstler, ein handgebauter Raum nach dem anderen, Koop für zwei, in sechs Stunden durch. Escape Academy 2: Back 2 School behält die Räume und packt sie in das, was Coin Crew Games das erste Open-World-Escape-Room-Spiel nennt. Erschienen am 5. November 2026 für PC (Steam, Epic, Microsoft Store), PS5 und Xbox Series X|S, ab Tag eins im Game Pass, auf Steam 16,99 Euro mit 15 Prozent Startrabatt (14,44 Euro) bis 19. November. Eine kostenlose Demo gibt es auch.
Die Räume sind die besten der Reihe
Zuerst der gute Teil, denn er ist wirklich gut. Die Escape Rooms selbst sind abwechslungsreicher, vielschichtiger und witziger als alles im ersten Spiel und seinen DLCs. Hinweise sind über die Umgebung verteilt statt auf einem Tisch, mehrere Räume verketten drei oder vier Rätseltypen zu einer eskalierenden Sequenz, und das Skript trifft die meisten seiner Pointen. Die Rückkehr der alten Besetzung ist ein Vergnügen, der neue Modus ohne Timer lässt dich im eigenen Tempo lösen, und mit Timer ist der Druck genau richtig: eng genug, um mit dem Partner zu streiten, locker genug, dass man selten unfair scheitert.
Koop, online oder im Splitscreen, bleibt der richtige Weg. Solo geht, aber der Timer passt sich nicht an, man erledigt also schlicht die Arbeit für zwei.
Auf dem Campus verschwindet die Zeit
Der offene Campus ist das Hauptfeature und mein größtes Problem. Er ist groß, lebendig und hübsch stilisiert, voller Nebenquests, Sammelobjekte und Studentengeplauder, die die Kampagne auf rund zwanzig Stunden strecken. Aber es gibt keine Karte. Man orientiert sich an Wegweisern und Gedächtnis, kauft Seilrutschen gegen das Laufen und hält den Stick zum Sprinten, weil es keinen Schalter gibt. Nach zehn Stunden verbrachte ich genauso viel Zeit mit Pendeln zwischen den Räumen wie mit Lösen. Das Raum-Menü des ersten Spiels war ein Vorteil, keine Einschränkung, und diese Fortsetzung musste das Gegenteil nicht beweisen.
Technisch ist der Start holprig. In den Räumen läuft alles; draußen auf dem Campus sah ich Framerate-Einbrüche, ein paar mehrsekündige Freezes und einen harten Absturz am PC, und die PS5-Berichte klingen ähnlich. Ein Day-One-Patch ist angekündigt. Die Sprachausgabe ist zudem uneinheitlich: Manche Szenen sind voll vertont, viel Dialog ist reiner Text, und die Campus-Durchsagen sind viel zu laut abgemischt.
Für wen ist es?
Wer einen Rätselpartner und ein Game-Pass-Abo hat, sollte es heute Abend installieren; es kostet nichts extra, und die Räume allein sind die Abende wert. Wer den vollen Preis zahlt, um solo zu spielen, sollte wissen: Von zwanzig Stunden sind vielleicht zwölf der Teil, den man wirklich will.
Fazit
Escape Academy 2 hat die besten Escape Rooms, die ich je in einem Videospiel gelöst habe, und lässt mich weit zwischen ihnen laufen. Die Rätselmüdigkeit ist real, der Campus ist halbgar und die Launch-Version braucht ihren Patch. Trotzdem sind die Momente in den Räumen so gut, dass ich vieles verzeihe.
Wertung: 7/10
Bild: Hudson Bloom / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Escape_Room_-_%22The_Expedition%22_(Escape_Quest_Bethesda).jpg



