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Modder gaben Skate in Tagen einen Offline-Modus. EAs einzige rote Linie ist der Shop

ReSkate lässt EAs reines Online-Spiel Skate offline laufen, mit eigenen Maps und Servern, und kam innerhalb weniger Tage auf Hunderttausende Downloads. Full Circle hat nichts gegen Kreativität - nur gegen Mods, die bezahlte Kosmetik freischalten. Diese Prioritätenreihenfolge sollte man genau lesen.

Jakov Mikelić

Sunday, October 11, 2026

Modder gaben Skate in Tagen einen Offline-Modus. EAs einzige rote Linie ist der Shop

Darüber lohnt es sich kurz nachzudenken. EA hat das neue Skate als Always-Online-Spiel veröffentlicht, eines von der Sorte, bei der man nicht einmal über einen leeren Platz rollen kann, ohne dass irgendwo ein Server sein Okay gibt. Dann haben zwei Modder ReSkate gebaut, eine Modding-Plattform, die das Spiel komplett offline laufen lässt, mit eigenen Maps, eigener Kosmetik und Community-Servern. Laut PC Gamer wurde es innerhalb weniger Tage über 350.000 Mal heruntergeladen.

Und was haben EA und Entwickler Full Circle gemacht? Ein Statement veröffentlicht, das ehrlich gesagt besonnener ausfällt, als ich erwartet hatte. Man habe kein Problem mit Moddern oder mit der Kreativität der Spieler. Die Grenze zieht man bei Tools, die die eigenen Systeme umgehen, um bezahlte Kosmetik oder noch unveröffentlichte Inhalte freizuschalten, oder die mit fremden Assets Geld verdienen. Offizielle Anpassungswerkzeuge seien in Arbeit.

Ich rechne es ihnen an, dass sie nicht am ersten Tag mit Abmahnungen losgelegt haben. Aber schaut euch an, was diese rote Linie tatsächlich schützt. Nicht die Server. Nicht den Anti-Cheat. Nicht das "Erlebnis". Den Shop.

Und das sagt alles darüber, warum das Spiel überhaupt nur online läuft. Seit Jahren erklären uns Publisher, ein Offline-Modus in Live-Service-Spielen sei technisch nicht machbar. Dann beweisen ein paar Leute mit GitHub-Account das Gegenteil, in der Zeit, in der die meisten von uns eine Arbeitswoche hinter sich bringen. Der Offline-Modus war nie der schwierige Teil. Er war nur der Teil, für den niemand bezahlt wurde.

Für Spieler in unserer Region ist das keine abstrakte Debatte. Skate ist kostenlos, vorab hat also niemand Geld verloren - aber alles, was man hineinsteckt, Skins, Battle Passes, Stunden, lebt auf EAs Servern. An dem Tag, an dem die verstummen, ist auch der eigene Skater weg. Die Modder haben nur gezeigt, wie die Alternative aussieht: der Fortschritt auf der eigenen Platte, ein Spiel, das startet, egal ob jemand in Kalifornien gerade Lust hat, das Licht anzulassen.

Die praktische Warnung bleibt trotzdem. EAs Nutzungsbedingungen behandeln solche Drittprogramme als nicht autorisiert, ReSkate auf dem Hauptaccount zu nutzen ist also ein echtes Risiko, egal wie freundlich das Statement klingt. Wer es ausprobieren will, sollte das nicht auf dem Account tun, auf dem die eigene Kosmetik liegt.

Was ich mir eigentlich wünsche: dass EA den Wink versteht, statt ihn nur zu dulden. Bringt einen offiziellen Offline- oder Self-Hosting-Modus, haltet den Shop so dicht, wie ihr wollt - die meisten von uns würden diesen Deal sofort annehmen. Den Proof of Concept haben die Fans schon geschrieben. Kostenlos.

Bild: Trougnouf / CC BY 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Skateboarder_jumping_off_a_ledge_at_Skatepark_des_Ursulines_in_Brussels_(DSCF4486).jpg