Resident Evil 4 Switch 2 im Test: Ein Meisterwerk mit unscharfer Linse
Capcoms RE4-Remake erscheint auf Switch 2 als Gold Edition inklusive Separate Ways. Es spielt sich hervorragend und hält meist 60 fps, doch die niedrige interne Auflösung und ein wackliger Dorf-Auftakt zeigen, was die Hardware stemmen muss. Wertung: 8/10.
Luka Perić
Wednesday, October 21, 2026

Am 16. Oktober hat Capcom seine drei modernen Resident-Evil-Remakes als native Versionen auf die Nintendo Switch 2 gebracht, und Resident Evil 4 Gold Edition ist der Hauptact. Im eShop kostet es 49,99 € und enthält das Hauptspiel, die Erweiterung Separate Ways und die zusätzlichen DLC-Inhalte. Physische Exemplare kommen erst am 29. Januar 2027, vorerst ist es also ein reiner Download-Kauf.
Das Spiel selbst
Das Remake von 2023 muss man niemandem mehr verkaufen. Leons Ausflug in ein von Kultisten verseuchtes spanisches Dorf gehört weiterhin zu den besten Action-Horror-Spielen des Jahrzehnts: angespannte Messerparaden, eine perfekt abgestimmte Schrotflinte, ein Koffer, den ihr viel zu lange sortiert, und ein Tempo, das kaum loslässt. Separate Ways erzählt Ada Wongs Seite der Geschichte und lohnt sich für sich allein. Als Paket ist das das komplette RE4 und eines der stärksten Spiele, die man mitnehmen kann.
Wie sich die Portierung schlägt
Hier braucht es ehrliche Erwartungen. Laut der Analyse von Digital Foundry rendert das Spiel intern mit rund 520p im Dock und 360p im Handheld-Modus, DLSS rekonstruiert das finale Bild. Auf dem Fernseher sieht es in Nahaufnahmen überraschend sauber aus, doch entfernte Vegetation und feine Details werden weich und verschmiert. Im Handheld-Modus wirkt es besser, schlicht weil der Bildschirm kleiner ist - und ehrlich gesagt würde ich es genau so spielen.
Die gute Nachricht ist die Bildrate. Das Ziel sind 60 fps, und die werden meistens gehalten, spürbar besser als auf der PS4. Die schlechte Nachricht ist, wo es hakt: Das Dorf und der Wald zu Beginn - also der allererste Eindruck - fallen in die 50er und in dichten Kämpfen in die 40er. Entfernte Gegner werden mit reduzierter Rate animiert, was seltsam aussieht, wenn eine Meute auf euch zuschlurft, und beim Wechsel zwischen Gebieten gibt es spürbare Ruckler. Zwischensequenzen laufen mit variabler Bildrate. Nichts davon ruiniert das Spiel, aber es ist da.
Für wen es ist
Wenn die Switch 2 eure einzige moderne Konsole ist oder ihr RE4 unterwegs spielen wollt, ist das ein leichter Kauf - zumal mit Separate Ways im Paket. Wer es schon auf PS5, Xbox Series oder einem ordentlichen PC hat, braucht keinen Zweitkauf, es sei denn, Mobilität ist der ganze Punkt. Und wer auf einen Sale warten kann: 49,99 € sind bei uns für ein Spiel von 2023 eher am oberen Ende, verglichen mit anderen Plattformen.
Fazit
Ein großartiges Spiel in einer kompetenten, leicht kompromissbehafteten Portierung. Capcom hat die Performance dort gehalten, wo es zählt, und dafür Auflösung geopfert - die richtige Entscheidung, aber man sieht sie.
Wertung: 8/10
Bild: Crisco 1492 / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nintendo_Switch_2_in_Docking_Console.jpg



