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Bewertung

Valor Mortis im Test: Die Ghostrunner-Macher werden langsamer, meistens zum Guten

One More Level tauscht das Tempo von Ghostrunner gegen ein Ego-Soulslike im verfluchten napoleonischen Europa. Die Kritik lobt Setting und Parieren und bemängelt Kamera, unausgewogene Schwierigkeit und Story. Dank PS-Plus-Testversion und Game Pass ab Tag eins leicht auszuprobieren. Wertung: 7/10.

Luka Perić

Wednesday, October 14, 2026

Valor Mortis im Test: Die Ghostrunner-Macher werden langsamer, meistens zum Guten

Valor Mortis ist das, was passiert, wenn das Studio hinter Ghostrunner aufhört zu rennen. Das neue Spiel von One More Level, veröffentlicht von Lyrical Games, ist ein Einzelspieler-Soulslike aus der Ego-Perspektive in einer verzerrten Version der Napoleonischen Kriege: Ihr seid William, ein französischer Soldat, der mit übernatürlichen Kräften von den Toten zurückgeholt wird. Erschienen ist es am 13. Oktober für PC, PS5 und Xbox Series X|S, ab Tag eins im Game Pass Ultimate und PC Game Pass.

Zur Einordnung, wie dieses Urteil zustande kommt: Es beruht nicht auf einem eigenen Durchgang. Es wägt die Tests aus der Launch-Woche gegen die harten Fakten zu Preis und Verfügbarkeit ab, und jeder Spieleindruck unten wird dem Medium zugeschrieben, von dem er stammt.

Worin sich die Kritik einig ist

Die Resonanz ist solide positiv, aber nicht euphorisch: Metacritic führt die PC-Version derzeit bei 77 aus 44 Kritiken, die PS5-Version bei 79. Am einhelligsten gelobt wird das Setting. Ian Walker von Kotaku zählt das alternative Europa des 19. Jahrhunderts zur besten Art Direction seit Jahren, und Joelle Daniels von GamingBolt (9/10) hebt hervor, wie selten das napoleonische Setting ist, und lobt gut gebaute Level, deren Abkürzungen Gebiete nicht ermüdend werden lassen. Auch der Kampf kommt gut weg: GamingBolt und Dave Spanton von LT3 (8,5) beschreiben das Parieren als Herzstück, das eine Stagger-Leiste füllt und Gegner für hohen Schaden und Finisher öffnet. GamingBolt hebt zudem Bosskämpfe und Kreaturendesign hervor.

Wo es stolpert

Die Ego-Kamera ist ein zweischneidiges Schwert. GamingBolt merkt an, dass sie die Übersicht einschränkt und Gegner neben oder hinter euch schwerer im Blick zu behalten sind, LT3 schreibt, man bleibe leicht am Gelände hängen. In einer Vorschau im September nannte Wesley LeBlanc von Game Informer den Schwierigkeitsgrad "unglaublich unausgewogen", mit normalen Gegnern, die wie Minibosse zuschlagen, und Bossen, die zu hart bestrafen, um ihre Muster zu lernen; der finale Test von Game Informer landete bei 70. GameSpot findet die Story frustrierend geradlinig, GamesRadar argumentiert, dass der Wechsel in die Ego-Perspektive allein nicht reicht, um herauszustechen, und Kotaku nennt das Spiel einen Alleskönner, bei dem das Ganze weniger ist als die Summe seiner Teile. LT3 meldet außerdem Framerate-Einbrüche in Kämpfen und beim Klettern, und Gamekult (50) rät, auf Patches zu warten.

Was ihr vor dem Kauf tun könnt

- PlayStation Plus bietet ab Release eine 90-minütige Testversion, der Fortschritt wird beim Kauf übernommen. - Auf Xbox und PC ist das Spiel ab Tag eins im Game Pass Ultimate und PC Game Pass. - Vorbestellungen gab es nicht, ebenso keinen Early Access und keine Vorbesteller-Boni, ihr verpasst durch Warten also nichts. - Die Kampagne ist auf rund 20 Stunden ausgelegt; Kotaku sah den Abspann nach etwa 12 bis 15 Stunden, LT3 brauchte für einen gründlichen Durchgang rund 25. - Die Standard Edition kostet 39,99 US-Dollar, die Deluxe für 59,99 US-Dollar legt Waffen-Skins und den für 2027 geplanten Story-DLC drauf. Mein Rat: Standard kaufen und über den DLC entscheiden, wenn es Tests dazu gibt.

Für wen es ist

Soulslike-Veteranen, die ein Setting jenseits des üblichen Ritter-und-Burgen-Nebels suchen, sollten genauer hinsehen. Wer an Ghostrunner vor allem das Tempo liebte, sei gewarnt: Alle Tests beschreiben ein deutlich langsameres, methodischeres Spiel. Und wer bei Schwierigkeitsspitzen oder einer engen Kamera schnell aussteigt, sollte bei uns zuerst die PS-Plus-Testversion oder den Game Pass nutzen.

Fazit

Gestützt auf den Kritikerkonsens und die Fakten wirkt Valor Mortis wie ein selbstbewusstes, atmosphärisches Soulslike mit wirklich frischem Setting und gelobtem Parier-System, ausgebremst von unausgewogener Schwierigkeit, einschränkender Kamera, dünner Story und einigen Performance-Problemen zum Launch. Kein Genre-Klassiker, aber ein fair bepreister Versuch mit geringem Risiko, besonders im Abo.

Wertung: 7/10

Bild: François Flameng / Public domain, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flameng_Francois_Napoleon_After_The_Battle_Of_Waterloo.jpg