Warrior Cats: Clans of the Forest im Test: Süß, gemütlich, zu dünn
Das erste richtige Konsolen-RPG zu den Warrior-Cats-Büchern trifft beim Katzen-Editor und der Clan-Fantasie ins Schwarze, doch prozedural generierte Quests und eine kleine Karte nutzen sich schnell ab. Für Fans ein solider Kauf. Wertung: 6/10.
Luka Perić
Tuesday, October 27, 2026

Die Warrior-Cats-Bücher (bei uns als "Warrior Cats" im Handel) begeistern seit über zwanzig Jahren Leser mit Katzenpolitik, Prophezeiungen und Waldfehden, doch ein richtiges großes Spiel gab es nie. Warrior Cats: Clans of the Forest, entwickelt von Bamtang Games und veröffentlicht von TRAILMARK, schließt diese Lücke. Es erschien am 23. Oktober für PC (Steam und Epic), PS5, Xbox Series X|S, Switch und Switch 2 - und die großen Testseiten haben es bisher weitgehend ignoriert.
Worum es geht
Eine Nacherzählung der Romane ist das nicht. Ihr gestaltet eure eigene Katze - Fellmuster, Farben, Schwanz, Schnurrhaare, Zeichnung, Augen - wählt einen der vier Clans (im Original ThunderClan, RiverClan, ShadowClan und WindClan) und spielt eine eigene Geschichte im Seengebiet. Jeder Clan hat seine eigene Kampagne mit eigenen Rivalitäten und Prophezeiungen, unterwegs trefft ihr neun Katzen aus den Büchern. Entscheidungen beeinflussen Freundschaften, Rivalitäten und euren Ruf im Clan.
Wie es sich spielt
Zwischen den Story-Abschnitten erkundet ihr sechs Orte, darunter die vier Clan-Territorien, den Mondsee und die Insel, jagt Beute, craftet, löst leichte Umgebungsrätsel und richtet euren Bau ein. Gekämpft wird rundenbasiert, bis zu drei gegen drei Katzen, mit 75 freischaltbaren Moves, Clan-Fähigkeiten, Haltungen und SternenClan-Ahnenangriffen für die großen Momente.
Die Kämpfe sind die angenehme Überraschung. Das Trio zu positionieren, Haltungen zu wechseln und einen Ahnenangriff für einen fiesen Boss aufzuheben, gibt dem Kampfsystem mehr Biss, als ich von einem Lizenzspiel dieser Preisklasse erwartet hätte. Auch der Katzen-Editor ist richtig gut; ich habe eine halbe Stunde an einem zerzausten grauen Krieger gebastelt, bevor ich die erste Zwischensequenz sah.
Wo es nachlässt
Das Problem ist alles rund um die Kämpfe. Quests und Geschichten werden prozedural generiert, und nach ein paar Stunden sieht man die Nähte: hol dies, jag das, sprich mit einem bekannten Gesicht, wiederholen. Sechs Orte klingen auf dem Papier ordentlich, aber spätestens in der zweiten Clan-Kampagne kennt ihr jeden Baum. Neben den vier Prophecy-Geschichten gibt es Defender, einen Überlebensmodus, und Skirmish, asynchrone Online-Kämpfe gegen die Katzen anderer Spieler - nette Ablenkungen, aber kein Grund für wochenlanges Spielen. Online-Besuche in fremden Lagern sind ein schönes Extra für jüngere Spieler.
Preis
Bei uns kostet die Standardversion auf allen Plattformen 29,99 Euro. Die Feral Edition für 39,99 Euro legt das Prophecy Pack bei, das rein kosmetisch ist - Accessoires, ein Cel-Shading-Skin und Fotomodus-Extras. Lasst es weg, außer ihr kauft ein Geschenk für einen eingefleischten Fan.
Fazit
Wer mit Feuerherz und Graustreif aufgewachsen ist (oder Kinder hat, die es gerade tun), bekommt hier die lang ersehnte Fantasie: eigener Krieger, eigener Clan, echte Rundenkämpfe im Wald. Das Spiel ist mit Liebe zur Vorlage gemacht. Aber repetitive Zufallsquests und eine kompakte Welt lassen den Zauber lange vor dem Abspann der dritten Clan-Kampagne verblassen. Ein Fan-Geschenk, kein Geheimtipp.
Wertung: 6/10
Bild: Durator / Public domain, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Norwegian_Forest_Cat_in_snow.jpg



