Where the Seeds Fall im Test: Ein kurzer, spannender Sturz für einen Abend
Cygames' neues Label CygamesEdge debütiert mit einem kompakten Action-Plattformer über den Abstieg an einem riesigen Weltenbaum. Jeder Sprung ist ein Wagnis, die Geschichte sitzt, aber drei Stunden sind schnell vorbei. Wertung: 7/10.
Luka Perić
Friday, November 6, 2026

Worum es geht
Where the Seeds Fall ist das erste Spiel von CygamesEdge, dem neuen Label für kleinere und mittelgroße Projekte von Cygames (ja, die Firma hinter Umamusume und Granblue), entwickelt zusammen mit ZEREO. Es erschien am 5. November 2026 für PS5, Switch 2 und Steam, ausschließlich digital, mit einer Preisempfehlung von 9,99 US-Dollar (rund 10 Euro). Die Menschheit lebt in den Ästen eines gigantischen Weltenbaums, weil der Boden darunter vom Blight vergiftet ist. Man spielt einen Mann, der alles verloren hat - einen Soldaten, der sich Befehlen widersetzt, nachdem er ein Fell Child trifft, eines jener Kinder, die als Unheilsboten gelten. Er beschließt, sie hinunter an die Oberfläche zu bringen.
Wie es sich spielt
Man kann es sich als Umkehrung der viralen Kletter-Ragegames vorstellen. Statt nach oben geht es nach unten, Ast für Ast, und der Gegner heißt Schwerkraft. Man liest den Untergrund, beobachtet den Wind und wagt Sprünge, bei denen man sich nie ganz sicher ist. Das Geniale ist, wie viel Spannung in einem simplen Verb steckt: Ein Sprung nach unten lässt sich nicht rückgängig machen, also hat jede Entscheidung Gewicht. Gelingt ein langer, sauberer Abstieg, fühlt sich das großartig an.
Gleichzeitig ist es weniger grausam als seine Vorbilder. Ich hatte nie das Bedürfnis, den Controller durchs Zimmer zu werfen; die Schwierigkeit liegt im Lesen des Raums, nicht in der Bestrafung für einen Zentimeter Fehleinschätzung. Das macht es zugänglicher, für Masochisten aber vielleicht weniger einprägsam.
Stärken
- Eine frische Grundidee, sofort verständlich und echt spannend. - Der Weltenbaum ist ein eindrucksvolles Setting; das Gefühl für Größe beim Blick nach unten ist stark. - Eine leise, aufrichtige Geschichte über einen gebrochenen Mann und das Kind, das er beschützen will - mit wenig Dialog, aber viel Wirkung. - Fairer Preis und kurze, abgeschlossene Sessions, die es zu einem natürlichen Handheld-Spiel machen.
Schwächen
Die Hauptgeschichte dauert etwa drei Stunden. Danach warten schwerere Karten und ein Zeitfahrmodus, was Speedrunner fesseln wird, aber nicht jeden. Die emotionalen Momente funktionieren, sind aber vorhersehbar, wenn man ein paar Spiele dieser Art kennt.
Für wen es ist
Für alle, die ein fokussiertes Erlebnis für ein, zwei Abende mit cleverem Kniff suchen; für Handheld-Spieler; für alle, die die Spannung von Jump King mochten, den Frust aber nicht. Nichts für Leute, die den Wert in Stunden messen. Auf Steam gibt es eine kostenlose Demo, die das fertige Spiel gut repräsentiert.
Fazit
Where the Seeds Fall ist ein selbstbewusster erster Schritt für CygamesEdge: klein, poliert und um eine starke Idee gebaut, die es nicht überstrapaziert. Ich wollte mehr davon - das ist Kompliment und Hauptkritik zugleich.
Wertung: 7/10
Bild: Liam Dawe/GamingOnLinux, PNG version by VulcanSphere / CC BY-SA 4.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Steam_Deck_(front).png



