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Bewertung

Castlevania: Belmont's Curse im Test: Die Nacht gehört endlich wieder uns

Evil Empire und Konami liefern das erste neue Haupt-Castlevania seit Jahren: eine echte Schlosserkundung im Stil von Symphony, angesiedelt im Paris des Jahres 1499, mit Rose Belmont in der Hauptrolle. Nicht makellos, aber im Kern goldrichtig. Wertung: 9/10.

Luka Perić

Monday, October 19, 2026

Castlevania: Belmont's Curse im Test: Die Nacht gehört endlich wieder uns

Jahrelang bedeutete "neues Castlevania" einen Pachislot-Automaten, einen Mobile-Ableger oder eine Sammlung alter ROMs. Castlevania: Belmont's Curse, seit dem 15. Oktober für PS5, Xbox Series X|S und PC erhältlich, ist das Original: ein großes, nichtlineares 2D-Schloss nach dem Vorbild von *Symphony of the Night*, entwickelt von Evil Empire - dem Team hinter dem Dead-Cells-DLC Return to Castlevania - mit Motion Twin als Berater. Und nein, trotz dieser Herkunft ist es kein Roguelite. Konami hat es gesagt, und das Spiel bestätigt es.

Paris, 1499

Ihr spielt Rose Belmont, Tochter von Trevor Belmont und Sypha Belnades, zwei Jahrzehnte nach *Dracula's Curse*. Ein Schloss hat sich ins mittelalterliche Paris gebohrt, und die Stadt wimmelt von Dämonen. Trevor nimmt einen Auftrag des örtlichen Bischofs an, Rose geht der Quelle auf den Grund. Mit dabei sind Jeanne d'Arc, Carmilla, Medusa und der Tod, und die Sprecher (Abby Trott als Rose, Graham McTavish als Dracula) sind stark. Preise gewinnt die Geschichte nicht, aber sie respektiert die Zeitlinie auf eine Art, die Fans schätzen werden.

Wie es sich spielt

Genau das wollte ich. Die Karte füllt sich Feld für Feld, Schlüssel von Bossen öffnen neue Türen, und die Arcane Whip macht Fortbewegung zu einem eigenen Werkzeugkasten - über Abgründe schwingen, Vorsprünge erreichen, die man eine Stunde zuvor sehnsüchtig angestarrt hat. Die Vampire Killer übernimmt den Kampf und hat echtes Gewicht.

Der clevere Kniff: Rose hat keine klassischen Nebenwaffen. Fähigkeiten stammen aus Tarotkarten und Arkana, und besiegte Bosse lassen sie eine ihrer Kräfte absorbieren. Diese lassen sich dann über "Works of Mercy"-Herausforderungen verstärken, was Nebeninhalten einen echten Zweck gibt. Das Leveln ist klassisches RPG - Erfahrung, Angriff, Verteidigung -, geheilt wird mit Essen, Tränken und Spiegeln, die zugleich Speicher- und Schnellreisepunkte sind.

Was gefällt

- Der Kampf hat die Dead-Cells-Präzision: schnelle Eingaben, gut lesbare Gegner, befriedigendes Trefferfeedback. - Schloss und Pariser Gassen greifen wunderbar ineinander; Backtracking fühlt sich nach Entdeckung an, nicht nach Pflicht. - Die Bosse sind die besten der Reihe seit Langem. - Daniel Asadis Soundtrack verneigt sich vor den Klassikern, ohne sie bloß zu remixen.

Was nervt

- Das Arkana-System bietet zu früh zu viele Optionen; bis zur Spielmitte werden die Menüs unübersichtlich. - Einige späte Gebiete recyceln Gegnergruppen und strecken die Spielzeit. - Manche Kritiker finden es zu sicher, und ganz unrecht haben sie nicht - das ist ein Liebesbrief, keine Neuerfindung.

Preis und Verfügbarkeit

Die Standard Edition kostet 29,99 US-Dollar, die Midnight Edition 39,99 US-Dollar. Für ein Spiel dieses Umfangs ist das sehr fair, und bei uns, wo neue Konsolenspiele inzwischen oft 70 bis 80 Euro kosten, eine willkommene Abwechslung. Außerdem gibt es seit dem 1. Oktober eine kostenlose Demo, deren Fortschritt ins Hauptspiel übernommen wird.

Fazit

*Belmont's Curse* ist das Castlevania, auf das ich nicht mehr zu hoffen gewagt hatte: großzügig, straff designt und spürbar von Leuten gemacht, die die Reihe lieben. Etwas Menü-Ballast und ein paar Längen gegen Ende trennen es von der Perfektion.

Wertung: 9/10

Bild: Sergey Galyonkin from Raleigh, USA / CC BY-SA 2.0, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:E3_2013_(9029502585).jpg

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