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Bewertung

Village in the Shade im Test: Das gemütlichste Spiel, das euch Angst machen will

Die gruselige Farming-Sim des Yomawari-Teams ist endlich im Westen erschienen. Großartiges Unbehagen und ein Dorf voller Geheimnisse, aber eher simples Farming und ein hoher Preis. Wertung: 7/10.

Luka Perić

Wednesday, October 28, 2026

Village in the Shade im Test: Das gemütlichste Spiel, das euch Angst machen will

Worum es geht

Village in the Shade ist Nippon Ichi Softwares Interpretation der Landleben-Simulation, entwickelt vom Team hinter Yomawari mit Designer Yu Mizokami an der Spitze. In Japan erschien das Spiel im Juli und verkaufte dort innerhalb eines Monats über 200.000 Exemplare, im Westen ist es seit dem 27. Oktober für PS5, Switch, Switch 2 und PC via Steam erhältlich, veröffentlicht von NIS America. Auf den ersten Blick ist es ein handgemaltes Farming-Spiel im japanischen Bergdorf Kagatsu. Darunter steckt etwas viel Seltsameres.

Wie es sich spielt

Tagsüber macht man das Gewohnte: Feldfrüchte pflanzen, Möbel in der Stadt kaufen, Zäune aus den Ressourcen des eigenen Grundstücks bauen, das Haus einrichten und Freundschaften mit den Dorfbewohnern schließen. Dazu gibt es saisonale Events wie ein Sommerfest und die Kirschblütenschau, und man kann sich einfach an den Bach setzen und die Zeit verstreichen lassen.

Aber Kagatsu hat Regeln. Meide Fremde. Verlass das Dorf nicht. Bleib nachts drinnen. Das Spiel schreit sie nie heraus - es lässt einen nur bemerken, wie ruhig alle sie wiederholen und wie sorgfältig die Dorfbewohner bestimmten Fragen ausweichen. Regeln zu brechen ist ein echtes Risiko, und genau beim Graben in den Geheimnissen des Dorfes liegt das eigentliche Spiel. Dieses langsame, leise Grauen konnte schon Yomawari hervorragend, und hier wirkt es noch stärker, weil man vorher stundenlang eine Bindung zum Ort aufbaut. Ich bin immer wieder ein paar Minuten zu lange draußen geblieben, nur um zu sehen, was passiert - und das Spiel hat mich das jedes Mal auf die beste Art bereuen lassen.

Die Schwächen

Als Farming-Sim ist es dünn. Wer von Stardew Valley oder Story of Seasons kommt, wird Anbau und Crafting als simpel empfinden, und der Tagesablauf wird zwischen den Story-Momenten repetitiv. Das Mystery ist der Köder, die Farm vor allem der Rahmen. Außerdem gibt es den Modus "Village in the Sunshine", der das Risiko beim Regelbruch entfernt, damit man in Ruhe farmen, jagen und angeln kann - eine nette Option für ängstliche Spieler, die aber das meiste nimmt, was das Spiel besonders macht.

Preis

Auf Steam kostet es bei uns 49,99 Euro - viel für ein Spiel, dessen Farming locker in ein Indie für 25 Euro passen würde. Die Limited Edition für 89,99 Dollar bei NIS America ist nur etwas für Sammler. NIS hat zudem eine Roadmap mit Inhalten nach dem Launch angekündigt, das Paket dürfte also wachsen.

Fazit

Village in the Shade ist eines der originellsten Spiele dieses Herbstes - eine gemütliche Simulation, die Gemütlichkeit als Waffe einsetzt. Atmosphäre und Mystery sind hervorragend, das Farming nur okay, und der Preis verlangt Geduld. Wer Yomawari mochte oder zu Halloween etwas wirklich Verstörendes ohne Jumpscare-Gewitter sucht, sollte zugreifen. Wer eine tiefe Farm will, schaut sich besser woanders um.

Wertung: 7/10

Bild: 663highland / CC BY 2.5, source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ogi_Shirakawa-g%C5%8D,_Gifu,_Japan.jpg

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